Flüchtlinge aus dem Südsudan: Uganda braucht dringend Hilfe
Das afrikanische Land hat mehr als eine Million Flüchtlinge aufgenommen, doch deren Lage ist prekär. Das UN-Hilfswerk fordert jetzt konkrete Maßnahmen.
Besonders prekär sei die Lage in Uganda, wo mehr als 85 Prozent Frauen mit Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ankämen, so das UNHCR. Die Menschen berichteten von barbarischem Verhalten der verschiedenen bewaffneten Gruppen: Zivilisten würden vor den Augen ihrer Angehörigen getötet, Frauen und Mädchen vergewaltigt und Jungen entführt und zum Waffendienst gezwungen. Uganda gilt als Musterbeispiel in der Flüchtlingshilfe. Die Regierung versucht, die Menschen möglichst in Dörfern zu integrieren, statt sie in Flüchtlingslagern unterzubringen.
Um die vielen Flüchtlinge aus dem Südsudan aufzunehmen, seien in diesem Jahr allein in Uganda 674 Millionen Dollar (gut 570 Millionen Euro) nötig. Bislang sei aber erst ein Fünftel davon eingegangen. Im Juni hätten die Essensrationen für Flüchtlinge gekürzt werden müssen. Es gebe nicht genügend medizinisches Personal und in den Schulen müssten Lehrerinnen teils Klassen von 200 Schülern unterrichten.
In Südsudan war 2013 ein Bürgerkrieg ausgebrochen. Neben den Flüchtlingen gibt es auch im Land bereits zwei Millionen Vertriebene. Rund sechs Millionen Südsudanesen haben nicht genug zu essen – etwa die Hälfte der Bevölkerung.
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