: Filipović freigelassen
BELGRAD dpa ■ Wegen „wesentlicher Missachtungen“ der Strafprozessordnung hat das oberste jugoslawische Militärgericht am Dienstag das Urteil gegen den serbischen Journalisten Miroslav Filipović aufgehoben und seine Freilassung aus dem Gefängnis angeordnet. Die Begnadigung von Filipović war bereits am Montag vom neuen jugoslawischen Präsidenten Vojislav Koštunica angekündigt worden.
Wegen „Spionage“ und der „Verbreitung falscher Meldungen“ war der Journalist im Juli zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. In nur zwei Tagen kam das Militärgericht zu diesem Urteil, das als das härteste im Kampf des Milošević-Regimes gegen unabhängige Medien galt. Grundlage der Anschuldigungen war Filipović’ Arbeit für ausländische Medien wie das Londoner „Institute for War and Peace Reporting“ (IWPR) und die französische Nachrichtenagentur AFP. So hatte er in einem Artikel über die Stimmung in der jugoslawischen Armee vor allem das hohe Maß an Traumatisierungen serbischer Soldaten während des Kosovo-Krieges dokumentiert.
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen