FMP1: Dada-Scherenschnitte gegen Kulturideologie: montage_16
Foto: Henry Schröder
Der Dadaist will „den Deutschen ihre Kulturideologie zusammenschlagen“, so Richard Huelsenbeck 1920 über die Dada-Bewegung, vor 100 Jahren als Kollektiv angetreten, um durch Politisierung der Kunst, Nation und Kapital abzuschaffen. Nachfolgende Bewegungen reihten sich in die Tradition des „permanen Scheiterns“, wie Max Upravitelev es nennt, ein. Denn die bürgerliche Kunst eignet sich die Methoden des Schockierens bis heute immer wieder an. Im Zentrum von „montage_16“ steht die Zusammenarbeit von John Heartfield und George Grosz ab den 1920ern. Der Forderung eines Dada-Gedichts, „Nehmt Zeitungen, nehmt Scheren“, folgend, montierten sie Texte und Bilder zu politischen Kommentaren, die massenhaft Verbreitung fanden. Neben der Rekonstruktion der 1. Dada-Messe dokumentieren Originalexponate ihre künstlerische und politische Entwicklung bis zur faschistischen Machtübernahme 1933 – symbolisiert durch die Reproduktion „Auferstehung“ von Heartfield und Grosz. Beide mussten 1933 emigrieren. AHE
Bis 18. 12., Di., Mi., Fr. 16–20 Uhr, Sa.+ So. 12–18 Uhr, Franz-Mehring-Platz 1
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