FC St. Pauli gewinnt erste Heimpartie: Fast jeder Schuss ein Treffer

Mit gnadenloser Effizienz besiegt der FC St. Pauli am Millerntor die favorisierten Heidenheimer mit 4:2. Ein paar Zuschauer*innen waren auch dabei.

Vereinzelte Zuschauer am Millerntor.

Viel Arm- und Beinfreiheit auf der Tribüne: Die Gegengerade des Millerntors Foto: Daniel Reinhardt/dpa

HAMBURG taz |Sie sind wieder da. Fünf Monate nach der letzten ausverkauften Partie sind es 2.226 Fans, die das Losglück haben, die Saisonheimpremiere des FC St. Pauli am Millerntor live zu erleben. Die verteilen sich auf allen vier Tribünen und Geraden, mit jeder Menge Arm- und Beinfreiheit.­

Viele Fangruppen hatten die Teilöffnung des Stadion kritisiert und zum Verzicht auf den üblichen Support aufgerufen, der unter diesen Bedingungen nur ein „lieb- und lebloser Abklatsch, dessen was unsere Fankultur ausmacht“, sein würde. So fehlt diesmal auch der zur Monotonie neigende Dauersingsang der Ultras und wird durch spielbezogene Anfeuerung ersetzt. Die kommt auch aus nur 2.000 Kehlen verdammt lautstark daher.

Das liegt auch an einem kuriosen Spielverlauf. Heidenheim, das in der Relegation gegen Werder Bremen nur knapp am Bundesligaaufstieg vorbeischrammte, kontrolliert und dominiert das Spiel und kommt nach kapitalen Fehlern der St.-Pauli-Defensive zu Großchancen. Doch die Baden-Württemberger schießen mal knapp neben, mal knapp über das Tor, und geht doch mal ein Ball Richtung Kasten, ist St.-Pauli-Keeper Robin Himmelmann zur Stelle.

Für Heidenheim wird es extrem bitter

26 Minuten dauert es, bis die Hamburger, in Persona von Neuzugang Daniel-Kofi Kyereh, aus 22 Metern erstmals auf den Heidenheimer Kasten schießen und gleich mit 1:0 in Führung gehen. Acht Minuten später unterläuft­ dem Heidenheimer Parick Schmidt bei einer verunglückten Abwehraktion ein Eigentor, und gleich nach der Halbzeitpause markiert Nachwuchsspieler­ Jannes­ Wieckhoff­ mit dem zweiten Hamburger Torschuss gar das 3:0.

Während sich Heidenheim weiter Chancen erarbeitet, erzielt Maximilian Dittgen nach einem Konter gar das vierte Tor. „Ein extrem bitterer Nachmittag für uns“ wird nach dem Spiel Heidenheim-Trainer Frank Schmidt sagen, der sich „an kein Spiel erinnern kann, das so gelaufen ist“. Immerhin geben seine Spieler nicht auf und verkürzen durch Christian Kühlwetter (78.) und Tobias Mohr (80.) noch auf 2:4.

Im runderneuerten, stark verjüngten Team der Hamburger klappt spielerisch zwar längst nicht alles, doch die jungen Wilden sind mit Elan bei der Sache, werfen sich in jeden Ball und rennen sich die Lunge aus dem Leib.

Man merkt dem Team an, dass unter dem neuen Trainer Timo Schultz – der nach 15 Jahren als Spieler, Co- und Nachwuchstrainer bei St. Pauli nun zum ersten Mal ein Profiteam trainiert – der Spaß zurückgekehrt ist, den der griesgrämige, zur Cholerik neigende Niederländer Jos Luhukay der Mannschaft in der abgelaufen Saison ausgetrieben hatte.

Schultz macht „eine geile Energie in der Truppe“ aus

Und Schultz macht „eine richtig geile Energie in der Truppe aus“. Den Zuschauer*innen, die dem Sechs-Tore-Spektakel beiwohnen durften, macht das Spiel jedenfalls Lust auf mehr – auch auf mehr Gesellschaft auf den Tribünen. Am Ende wird das Team mit frenetischem Applaus verabschiedet und noch kurz ein Screenshot von der Tabelle gemacht. Da steht der FC St. Pauli nach zwei Spieltagen immerhin auf Platz zwei.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de