Exklusive taz-Recherche: Die Bärte des Bundestags

Neue Fraktionen. Neue Männer. Neue Bärte. Doch welcher Bart ist bei welcher Partei beliebt? Wir haben die Gesichter alls Abgeordneten analysiert.

EIn Mann mit einem weißen schnauzer und bart im halbdunkeln

Schon immer ein Politikum: Schnauzer und Bärte Foto: Srdjan Popovic/Unsplash

Mehr als 100 Männer kämpfen am Wochenende auf der Deutschen Bartmeisterschaft in einem Wild-West Freizeitpark um olympisches Bartgold. Ein riesen Fest. Mit Comedy-Zaubershow, Ritterturnier und Fackelwanderung.

Das wahre Bart-Spektakel ereignet sich aber 600 Kilometer entfernt, im Deutschen Bundestag in Berlin, der nächste Woche erstmals nach der Wahl zusammenkommt. Neue Fraktionen. Neue Männer. Neue Bärte. Höchste Zeit, sich die aktuellen Trends um die politische Gesichtsbehaarung genauer anzuschauen. Und natürlich soll es auch einen Gewinner geben. Gendern ist an dieser Stelle übrigens nicht nötig. Keine Frau im Bundestag trägt Bart. Und ja, auch das wäre möglich.

Bärte sind hochpolitisch. Die taz hat exklusiv die Gesichtsbehaarung aller 480 männlichen Abgeordneten im Bundestag ausgewertet und so spannende Einblicke in die Bart-Policy der Fraktionen erhalten. Knapp die Hälfte der Abgeordneten sind glatt rasiert. Die meisten davon in der Union (76 Prozent).

Christian Lindner scheint in der FDP auch kein Trendsetter zu sein, nur 17 Prozent der FDP-Männer tragen Dreitagebart. Im Gegensatz zu Robert Habeck. Die Mehrheit der Grünen trägt Stoppeln. Sie haben zudem die meisten Vollbärte im Bundestag. Ziegenbärte sieht man dagegen kaum noch. Vier insgesamt, davon drei bei der AfD.

Die Reichelt-Affäre, Springer und der „Boy-Club“: Warum man das ganze System feuern müsste – in der taz am wochenende vom 23./24. Oktober. Außerdem: Das immer salziger werdende Wasser im Südwesten Bangladeschs gefährdet die Gesundheit der Frauen, die im Flusswasser arbeiten müssen. Und: Gefühle steuern unser Handeln, sind jedoch keine Programme, die immer gleich ablaufen. Eine emotionale Sachkunde. Ab Samstag am Kiosk, im eKiosk, im praktischen Wochenendabo und rund um die Uhr bei Facebook und Twitter.

Die Psychologie des Bartes ist übrigens ein komplexes Forschungsgebiet: Sagt die eine Studie, dass bärtige Männer wahrscheinlicher Verbrechen begehen, sagt eine andere, Bartträger wirkten besonders vertrauenswürdig. Vielleicht schließt sich ja auch beides gar nicht aus.

Kein Politiker hätte übrigens die Chance auf einen Platz bei Bart-Olympia. Dafür sind die Bundestagsbärte zu wenig außergewöhnlich. Den schönsten Bart hat aber Reginald Hanke von der FDP. Welch ein prächtiger Schnauzer. Herzlichen Glückwunsch!

Und an den Rest: Bitte nicht verzagen, wenn es dieses Jahr nicht gereicht hat. Bärte sind fluide, der politische Bartstatus nur eine Momentaufnahme. Und die Neugestaltung eines Bartes ist ganz sicher einfacher als die des Bundestags.

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