Ex-Staatspräsident von Ägypten

Drei Jahre Haft für Mubarak

Husni Mubarak und seine beiden Söhne sind von einem Gericht wegen Korruption schuldig gesprochen worden. Seit Januar war der Ex-Präsident offiziell frei gewesen.

Erschien in zivil zur Urteilsverkündung: der 87-jährige Husni Mubarak. Bild: ap

KAIRO afp | Ägyptens früherer Präsident Husni Mubarak und seine beiden Söhne Alaa und Gamal sind wegen Korruption erneut zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht in Kairo befand den im Februar 2011 im Zuge einer Protestbewegung gestürzten Machthaber sowie seine beiden Söhne am Samstag schuldig, knapp 15 Millionen Euro staatlicher Mittel veruntreut zu haben.

Mubarak war im Mai 2014 wegen dieses Vorwurfs bereits zu drei Jahren Haft verurteilt worden, doch hatte ein Berufungsgericht im Januar das Urteil aufgehoben.

Während im ersten Prozess Alaa und Gamal jeweils vier Jahre Haft erhielten, wurden sie dieses Mal zu drei Jahren verurteilt. Es war allerdings unklar, ob die Strafe, gegen die noch Berufung eingelegt werden kann, bereits durch die Untersuchungshaft abgegolten ist. Offen blieb am Samstag zudem, ob die drei Männer festgenommen würden.

Sie sind seit Januar offiziell frei, da die zulässige Dauer der Untersuchungshaft ausgeschöpft war. Der 87-jährige Husni Mubarak bleibt aber unter Überwachung in einem Kairoer Militärkrankenhaus, wo er zuvor inhaftiert war.

Zu der Urteilsverkündung erschienen die drei Männer in Zivil statt wie bei früheren Anhörungen in Häftlingskleidung. Sie wurden auch zur Zahlung von 125 Millionen ägyptischen Pfund (14,7 Millionen Euro) verurteilt. Dies entspricht der Summe, die sie aus den Mitteln entwendeten, die eigentlich zum Erhalt der Präsidentenpaläste vorgesehen waren. Mubarak war nach seinem Sturz ebenso wie seine Söhne und enge Vertraute und Minister festgenommen und vor Gericht gestellt worden, doch wurden die meisten Prozesse seitdem eingestellt.

.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben