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Euphorie beendet die Mark-Wirtschaft

D-Mark-Wechsler stürmen die Schalter und tauschen Milliarden in die neue europäische Währung um. Einige Banken müssen wegen Überfüllung zeitweise schließen. Kurs des Euro zeigt nach oben

BERLIN dpa/ap/taz ■ Der Euro ist da und mit ihm der Ansturm auf die Banken im Euroland. Weitaus mehr Menschen als gedacht wollten gestern direkt in den Filialen D-Mark in Euro umtauschen. In vielen Städten Deutschlands bildeten sich dort lange Schlangen. Einige Banken mussten zeitweilig wegen Überfüllung schließen. Wie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) in Berlin bekannt gab, reichten allein die Sparkassen und die Landesbanken im Bundesgebiet bis zum Mittwochmittag rund 4 Milliarden Euro aus. Die Sparkassen stehen für rund 45 Prozent des Privatkundengeschäftes in Deutschland.

Viele Geschäfte hatten im Laden Wechselstuben eingerichtet: Die Kunden mit D-Mark wechselten dort erst in Euro um. Dann mussten die Verkäufer an der Kasse nicht umständlich zwischen alter und neuer Währung hin- und herrechnen.

„Die Eurobargeldeinführung verläuft sogar besser als erwartet“, sagte gestern in Frankfurt Eugenio Solans, Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank. Er rief die über 300 Millionen Menschen der Euroländer auf, von gemischten Zahlungen in Euro und der Landeswährung abzusehen. Auch sollten die Verbraucher nicht mit großen Scheinen zahlen.

Die weitgehend problemlose Einführung des Eurobargelds hat den Eurokurs am Mittwoch beflügelt. Zeitweise war ein Euro 0,9060 US-Dollar wert – so viel wie seit zwei Monaten nicht mehr. Alexandra Bechtle, Devisenanalystin bei der Commerzbank, zeigte sich „vorsichtig optimistisch“ für den Eurokurs. „Es gibt nun die Hoffnung, dass endlich all das eintritt, was seit drei Jahren mit der Euroeinführung erwartet wird“, sagte sie.

Alles lief jedoch nicht reibungslos: In Österreich sind gestern zeitweise alle 2.700 Geldautomaten ausgefallen – weil der Zentralrechner überlastet war.

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