piwik no script img

Eskimos dürfen Wale jagen

Der IWF entscheidet Streit für Eskimos und nimmt Island wieder als Mitglied auf

CAMBRIDGE ap/taz ■ Gut zehn Jahre nach seinem Austritt wurde Island am Montagabend wieder Mitglied der Internationalen Walfangkommission (IWC). Die Entscheidung fiel bei einer IWC-Tagung im britischen Cambridge mit 19 zu 18 Stimmen. Damit hat die Gruppe der Walfangbefürworter innerhalb der Organisation Verstärkung erhalten. Australien protestierte scharf gegen die Wiederaufnahme Islands. Der Inselstaat war 1991 aus der Kommission ausgetreten, weil er deren 1986 verhängtes Walfangmoratorium ablehnte. Die Regierung in Reykjavík verpflichtet sich nun, den kommerziellen Walfang bis mindestens 2006 gänzlich einzustellen. Bis dahin hoffe man auf eine Revision des Moratoriums, hieß es.

Die IWC entschied gestern außerdem, einheimischen Stämmen der Beringstraße zwischen Nordamerika und Russland den Walfang zu erlauben. Damit wurde der Streit zwischen Eskimo-Gemeinden und Japan beendet.

Die IWC stand im Mai dieses Jahres (taz vom 24. Mai) vor der Zerreißprobe, weil sich Walfang-Befürworter und -gegner nicht einigen konnten, ob die traditionelle Jagd auf Wale erlaubt bleiben solle. Damals wurde außerdem Island die Aufnahme in den IWF verweigert. SUK

Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen