Eskalation im Gazastreifen

Raketenbeschuss und Luftangriffe

Seit Montag schoss die Hamas über 400 Raketen auf Israel. Israel reagiert mit Luftangriffen und trifft den Hamas-Fernsehsender. Es gibt Tote auf beiden Seiten.

Ein Gebäude mit hebräischer Aufschrift, am Himmel sind leuchtende Geschosse zu sehen

Aus dem Gazastreifen abgefeuerte Raketen werden vom israelischen Raketenabwehrsystem abgefangen Foto: dpa

GAZA/TEL AVIV ap/dpa | Israel und palästinensische Extremisten im Gazastreifen haben sich am Montag die heftigsten Gefechte seit dem Gazakrieg vor mehr als vier Jahren geliefert. Rund 400 Raketen und Mörsergranaten seien bis zum Dienstagmorgen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert worden, teilte das Militär mit. Das Abwehrsystem Iron Dome habe mehr als 100 der Geschosse abfangen können.

Israel flog daraufhin seinerseits massive Luftangriffe und zerstörte unter anderem die Zentrale des Fernsehsenders der im Gazastreifen regierenden Hamas. Zuvor feuerte das israelische Militär Warnschüsse ab, wodurch die Mitarbeiter flüchten konnten. Weitere Ziele waren unter anderem Angriffstunnel, Waffenproduktionsstätten sowie Raketenabschuss-Stützpunkte von Hamas und Islamischer Dschihad.

Aus palästinensischen Behördenkreisen verlautete, israelische Angriffe im Norden des Gazastreifens hätten drei Menschen getötet und neun verletzt. In Israel ist ein Mann durch eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete getötet worden. Die Leiche des Mannes sei in der südisraelischen Stadt Ashkelon aus den Trümmern eines von einer Rakete zerstörten Hauses geborgen worden, teilten die israelischen Rettungsdienste in der Nacht auf Dienstag mit. Bei dem Angriff wurde auch eine 60-jährige Frau lebensbedrohlich verletzt.

In Israel wurde außerdem ein Bus nahe der Grenze von einer Mörsergranate getroffen. Dabei wurden ein 19-Jähriger schwer und sechs weitere Personen leicht verletzt. Zahlreiche Israelis wurden wegen leichten Verletzungen sowie posttraumatischem Stress in Krankenhäuser eingeliefert.

„Menschliche Schutzschilde“

Auslöser der Eskalation war ein fehlgeschlagener israelischer Militäreinsatz im Gazastreifen am Sonntag. Die israelische Spezialeinheit war dem Vernehmen nach auf Erkundungsmission, als sie entdeckt wurde, und in ein Feuergefecht geriet. Sieben palästinensische Extremisten und ein israelischer Soldat wurden getötet.

Nach israelischen Informationen verfügt die Hamas über ein Arsenal von rund 20.000 Raketen und Mörsergranaten verschiedener Reichweite. Einige davon könnten die größten israelische Städte Tel Aviv und Jerusalem erreichen und sogar Ziele darüber hinaus, sagte der Armeesprecher Jonathan Conricus. Er warf der Hamas vor, die eigene Bevölkerung gezielt als „menschliche Schutzschilde“ zu missbrauchen. „Hamas initiiert die Gewalt und bring Zerstörung über den Gazastreifen.“ Die Hamas-Führung selbst sei in den Untergrund gegangen.

Ägypten und die Vereinten Nationen hatten zuletzt Vereinbarungen zwischen Israel und der Hamas ausgehandelt und Hoffnungen geschürt, dass ein neuer Krieg verhindert werden könnte.

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