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Es knatscht beim Spritzenplatz

Initiative gegen den neuen Eckbau verlässt die Planungswerkstatt – aus Protest gegen die Gebäudehöhe

Von Gernot Knödler

Der Streit über die Eckbebauung am Spritzenplatz hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Die Bürgerinitiative „Spritzenplatz bleibt – unser Platz an der Sonne“ hat die Planungswerkstatt für den Neubau verlassen. Sie könne den Auslobungstext für den städtebaulichen Wettbewerb so nicht akzeptieren, teilte die Ini in einem Brief an Bezirks­amtsleiterin Liane Melzer (SPD) mit.

Die Eckbebauung war zunächst auf großes Interesse gestoßen, weil der Investor dort ein futuristisches Wohn- und Geschäftshaus aus der Feder des Architekten Daniel Liebeskind bauen wollte. Dieser Plan ist vom Tisch. Hauptstreitpunkt ist jetzt die Höhe der Neubauten.

Die Initiative hatte per Bürgerentscheid durchgesetzt, dass die heutige Höhe und Baukörpermasse nicht überschritten werden sollen. Die Bezirksversammlung übernahm das. Zuletzt konkretisierte sie das auf Antrag der SPD als maximal drei Geschosse inklusive Dach- und Staffelgeschoss.

Davon finde sich im Auslobungstext für den Wettbewerb nichts wieder, monierte die Initiative. Bereits Ende April hatte sie deshalb ein weiteres Bürgerbegehren zur Rettung ihres Bürgerentscheids angemeldet.

Der Auslobungstext werde derzeit noch unter den Beteiligten abgestimmt, beschwichtigt der SPD-Abgeordnete Georg Werner. „Wir von der SPD stehen dazu, dass wir der Bürgerinitiative beigetreten sind.“

Christian Trede vom grünen Koalitionspartner verweist darauf, dass das rechtlich schwierig werden könnte. Denn der geltende Bebauungsplan lasse vier Stockwerke mit Staffelgeschoss zu. Das auf zwei plus Staffel- oder Dachgeschoss einzudampfen, entwerte das Grundstück und könne zu Schadensersatzansprüchen führen.

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