: Erzbischof soll weitermachen
Die Verfehlungen in Köln sind keine absichtliche Vertuschung von Missbrauch, findet Papst
Papst Franziskus hat den angebotenen Amtsverzicht des Hamburger Erzbischofs Stefan Heße wegen Verfehlungen während seiner Zeit im Erzbistum Köln abgelehnt. Der Papst bitte Heße vielmehr, „im Geist der Versöhnung“ seinen Dienst in Hamburg fortzuführen, hieß es in einer am Mittwoch von der Deutschen Bischofskonferenz verbreiteten Erklärung der vatikanischen Botschaft in Berlin. Hintergrund des Vorgangs sind Ereignisse im Erzbistum Köln, wo Heße vor seiner Hamburger Zeit Personalverantwortung trug.
Ein Gutachten kam zu dem Ergebnis, dass Heße und andere führende Bistumsvertreter bei der Aufarbeitung älterer Missbrauchsfälle Pflichten verletzt hatten. Heße bot daraufhin seinen Rücktritt an. Doch nach eingehender Prüfung stellte der Papst zwar Mängel in Organisation und Arbeitsweise des Generalvikariats sowie persönliche Verfahrensfehler Heßes fest. „Die Untersuchung hat jedoch nicht gezeigt, dass diese mit der Absicht begangen wurden, Fälle sexuellen Missbrauchs zu vertuschen“, heißt es in der Erklärung. (afp/taz)
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen