: Ermittlungen zu Leuna
Finanzministerium soll geheime Prüfungen zu Leuna veranlasst haben. Gruppe ermittelt in Grauzone
BERLIN dpa ■ Das Bundesfinanzministerium hat nach Informationen der Zeit monatelang im Verborgenen prüfen lassen, ob beim Verkauf der ostdeutschen Raffinerie Leuna Anfang der 90er-Jahre Schmiergelder geflossen sind. Finanzstaatssekretär Diller (SPD) bestätigte dem Blatt, dass dafür eine externe, aber vom Ministerium beaufsichtigte Arbeitsgruppe Koordinierte Ermittlung (AKE) eingesetzt wurde. Die AKE prüfe mindestens seit Herbst 2000 den Verdacht, dass beim Kauf und Neubau der Leuna-Raffinerie durch den französischen Mineralölkonzern Elf-Aquitaine Schmiergelder in Höhe von 75 Millionen Mark geflossen sind.
Die Gruppe arbeitet nach Darstellung der Zeit in einer rechtlichen Grauzone. Einerseits sei sie quasi privatisiert und damit nicht beamtenrechtlich gebunden. Andererseits sei sie auf Amtshilfe deutscher Behörden angewiesen. Eingerichtet habe die AKE 1996 der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl. Sie sollte veruntreutes DDR-Vermögen aufspüren und in die Bundesrepublik zurückbringen.
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen