Erhöhung von Semesterticketpreisen: Studis lehnen Ticket ab
Student:innen in Brandenburg stimmen gegen ein teureres Semesterticket. Für die Unis in Berlin hatte die alte Koalition eine Einigung beschlossen.
Foto: dpa/ Arne Immanuel Bänsch
Studierende in Brandenburg lehnen ein Semesterticket mit erhöhtem Preis von 245 Euro pro Jahr ab. Das gab die Interessengemeinschaft Semesterticket Berlin-Brandenburg IGSemTixBBB in einer Pressekonferenz am Montag bekannt.
Anlass dafür war eine Urabstimmung der Studierendenschaft an der Viadrina Universität in Frankfurt (Oder), bei der die Mehrheit sich gegen ein Ticket für 245 Euro ausgesprochen hatte – und das bei der bisher höchsten Wahlbeteiligung an der dortigen Uni von 12,25 Prozent. Aktuell kostet das Semesterticket noch 170 Euro. Der VBB plant die Erhöhung um 75 Euro als einzige Preiserhöhung im neuen Tarifplan.
Dass gerade die Studierenden, die den Fahrschein für den ÖPNV in den vergangenen drei Semestern bezahlt, aber aufgrund des digitalen Studiums kaum beansprucht haben, die Einzigen sind, die jetzt mehr zahlen sollen, nennt der Verhandlungsführer der IGSemTixBBB, Tim Kolbe, „eine schreiende Ungerechtigkeit“. Es würden die völlig falschen Anreize gesetzt, viele Studierende wollten oder könnten den höheren Preis nicht zahlen.
Politik soll ins Handeln kommen
Das Abstimmungsergebnis sei jedoch kein absolutes Nein zum Semesterticket, sondern eine Aufforderung an die Politik Brandenburgs, sich des Themas anzunehmen, sagte er. Als gutes Beispiel nannte Kolbe die Verhandlungen in Berlin, wo die alte Koalition beschloss, das Semesterticket dauerhaft zu subventionieren, um die Studierenden nicht zu belasten.
Laut dem stellvertretenden Vorsitzenden der Linksfraktion in Berlin, Tobias Schulze, soll der Beschluss von der neuen Koalition übernommen werden. Er war ein Ergebnis von Verhandlungen mit Vertretern der Politik und des VBB, zu der die Interessengemeinschaft eingeladen hatte. Kolbe kritisierte, dass bei ähnlichen Runden in Brandenburg die Vertreter des VBB nicht erschienen und dass die Politik wenig Interesse zeigte, sich für die Studierenden einzusetzen.
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