piwik no script img

Erhöhung von SemesterticketpreisenStudis lehnen Ticket ab

Stu­den­t:in­nen in Brandenburg stimmen gegen ein teureres Semesterticket. Für die Unis in Berlin hatte die alte Koalition eine Einigung beschlossen.

Aus Berlin

Manuel Aguigah

Studierende in Brandenburg lehnen ein Semesterticket mit erhöhtem Preis von 245 Euro pro Jahr ab. Das gab die Interessengemeinschaft Semesterticket Berlin-Brandenburg IGSemTixBBB in einer Pressekonferenz am Montag bekannt.

Anlass dafür war eine Urabstimmung der Studierendenschaft an der Viadrina Universität in Frankfurt (Oder), bei der die Mehrheit sich gegen ein Ticket für 245 Euro ausgesprochen hatte – und das bei der bisher höchsten Wahlbeteiligung an der dortigen Uni von 12,25 Prozent. Aktuell kostet das Semesterticket noch 170 Euro. Der VBB plant die Erhöhung um 75 Euro als einzige Preiserhöhung im neuen Tarifplan.

Dass gerade die Studierenden, die den Fahrschein für den ÖPNV in den vergangenen drei Semestern bezahlt, aber aufgrund des digitalen Studiums kaum beansprucht haben, die Einzigen sind, die jetzt mehr zahlen sollen, nennt der Verhandlungsführer der IGSemTixBBB, Tim Kolbe, „eine schreiende Ungerechtigkeit“. Es würden die völlig falschen Anreize gesetzt, viele Studierende wollten oder könnten den höheren Preis nicht zahlen.

Politik soll ins Handeln kommen

Das Abstimmungsergebnis sei jedoch kein absolutes Nein zum Semesterticket, sondern eine Aufforderung an die Politik Brandenburgs, sich des Themas anzunehmen, sagte er. Als gutes Beispiel nannte Kolbe die Verhandlungen in Berlin, wo die alte Koalition beschloss, das Semesterticket dauerhaft zu subventionieren, um die Studierenden nicht zu belasten.

Laut dem stellvertretenden Vorsitzenden der Linksfraktion in Berlin, Tobias Schulze, soll der Beschluss von der neuen Koalition übernommen werden. Er war ein Ergebnis von Verhandlungen mit Vertretern der Politik und des VBB, zu der die Interessengemeinschaft eingeladen hatte. Kolbe kritisierte, dass bei ähnlichen Runden in Brandenburg die Vertreter des VBB nicht erschienen und dass die Politik wenig Interesse zeigte, sich für die Studierenden einzusetzen.

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 330 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

1 Kommentar

 / 
  • "Kolbe kritisierte, dass bei ähnlichen Runden in Brandenburg die Vertreter des VBB nicht erschienen"

    Was ist das für ein Pack? VBB lebt maßgeblich von Staatszuschüssen. VBB ist öffentliche Daseinsvorsorge. VBB-Verantwortliche die sich derart aus der Verantwortung ziehen sollte man fristlos entlassen.