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Enthüllungen im Diplomaten-Dickicht

■ Israel und Iran sollen in Bonn geheim verhandelt haben

Bonn/Jerusalem/Berlin (dpa/ AFP/taz) – Weder Bonn noch Jerusalem wollten gestern einen Bericht kommentieren, wonach Israel und Iran unter deutscher Vermittlung seit Jahren in Bonn geheime Verhandlungen über die Freilassung des seit 1986 vermißten israelischen Piloten Ron Arad führen. Regierungssprecher Dieter Vogel sagte gegenüber der Presse, er könne die Meldung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung weder bestätigen noch dementieren. Der Geheimdienstkoordinator der Bundesregierung, Bernd Schmidbauer, der laut FAZ an den Verhandlungen beteiligt gewesen sein soll, lehnte eine Stellungnahme ab. Israels Regierungschef Jitzhak Rabin erklärte, daß es zwar Bonner Kontakte zum Iran in Sachen Arad gebe, bisher jedoch keine Resultate erzielt worden seien. Die iranische Botschaft in Bonn dementierte die Zeitungsmeldung, bei der von einer entscheidenden Phase der Gespräche die Rede war.

Ron Arad war 1986 mit seinem Flugzeug nahe der libanesischen Hafenstadt Sidon abgeschossen und, den Indizien nach, von proiranischen Gruppen gefangengenommen worden. Um ein Faustpfand für den Austausch des Piloten zu erhalten, hatte Israel im Juli 1989 den Hisbollah-Führer Scheich Abdel Karim Ubaid und im vergangenen Jahr den Ex-Geheimdienstchef der Amal-Milizen, Mustafa Dirani, aus dem Libanon entführt. Arad soll sich längere Zeit in Diranis Hand befunden haben, bevor der ihn 1988 für 300.000 Dollar an die iranisch kontrollierten „Revolutionären Garden“ im Libanon verkaufte. Laut FAZ fordert Teheran im Austausch gegen Arad die Freilassung Diranis, Scheich Ubaids und des Gründers der palästinensischen Hamas-Bewegung, Scheich Ahmad Yassin. Außerdem soll Israel Zugeständnisse „im militärischen Bereich“ machen – womit ein Rückzug aus der sogenannten Sicherheitszone im Südlibanon gemeint ist – sowie den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnen. kim

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