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Enklaven im Kosovo

■ Serben fliehen aus Angst vor Überfällen in vormals gemischte Dörfer

Partes (Reuters) – Im Kosovo bilden sich immer mehr serbische Enklaven, weil viele Kosovo-Serben aus Furcht vor Übergriffen der albanischen Bevölkerung aus ihren Dörfern fliehen. Ein Sprecher des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sagte am Mittwoch in Priština, das UNHCR sei besorgt, dass viele Serben aus Dörfern mit vormals gemischter Bevölkerung flüchteten und sich dadurch Ortschaften bildeten, in denen ausschließlich Serben lebten. Viele von ihnen gingen nicht nach Serbien, sondern blieben im Kosovo. In den Serben-Enklaven fühlten sich die Menschen jedoch mehr und mehr isoliert.

Am Sonntag waren 334 Serben aus dem Dorf Zitinje geflüchtet, aber nur die wenigsten von ihnen hatten sich mit Autos und Traktoren und unter dem Schutz der Kosovo-Friedenstruppe KFOR auf den Weg nach Norden in Richtung Serbien gemacht. Nach UNO-Angaben trafen 238 Flüchtlinge – überwiegend alte und schwache Menschen – im Dorf Partes im Kosovo ein. Alle 1.800 Bewohner der Ortschaft sind Serben.

Das Dorf liegt nahe einer Hauptstraße und kann deshalb von der KFOR gut gegen etwaige Übergriffe von Albanern beschützt werden. Anwohner berichteten aber, sie arbeiteten aus Angst nicht mehr auf ihren Feldern.

Viele serbische Flüchtlinge schämen sich dafür, jetzt ihren Freunden oder Verwandten zur Last zu fallen. Eine Frau sagte: „Wie kann ich hier leben? Das ist nicht mein Haus.“ Ihr Mann erklärte, sie seien unter dem Druck der Kosovo-Albaner geflohen. Diese hätten auf sie und auf ihr Haus geschossen. Ein anderes Ehepaar berichtete, in ihrem Dorf seien nach dem Einmarsch der KFOR elf Häuser niedergebrannt worden. Selbst unter dem Schutz der Soldaten hätten sie sich nicht getraut zu bleiben.

Eine Anwohnerin aus Partes berichtete, das Dorf habe insgesamt 800 serbische Flüchtlinge aufgenommen. Die Menschen organisierten Konvois ins nahe gelegene Vranje, um dort einzukaufen. Die Straße dorthin sei gefährlich, weil überall albanische Heckenschützen lauerten.

Rund 200.000 Kosovo-Serben haben nach Schätzungen die südserbische Provinz inzwischen verlassen. Sie befürchteten Racheakte der albanischen Bevölkerung, die die Serben für die Gewalttaten der jugoslawischen Sicherheitskräfte vor und während der Nato-Luftangriffe auf Jugoslawien verantwortlich machen.

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