: Energierat der Ex-Sowjetrepubliken
■ Gas- und Ölförderung soll vor Zusammenbruch gerettet werden/ Preise für Lieferungen werden bilateral festgelegt
Moskau (dpa/AP) – Mit einer engen Zusammenarbeit bei der Erdgas- und Erdölförderung wollen zwölf der ehemals 15 Sowjetrepubliken einen Zusammenbruch der Energieversorgung in ihren Volkswirtschaften verhindern. Ein entsprechendes Abkommen wurde gestern in der Stadt Surgut im westsibirischen Ölgebiet Tjumen unterzeichnet. Nur Estland, Lettland und Turkmenistan beteiligten sich nicht an dem gegründeten zwischenstaatlichen Rat für Gas und Öl. Mit Hilfe gegenseitiger Kapital- und Ausrüstungsinvestitionen, Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen und einem Werben um internationale Kooperation sollen Erschließung, Förderung, Verarbeitung und Transport von Gas und Öl verbessert werden. Die Regierungschefs der Ratsmitglieder wollen sich mindestens zweimal, die Energieminister viermal im Jahr treffen. Der Rat soll auch Staaten außerhalb der ehemaligen Sowjetunion offenstehen.
Rußland will künftig Energielieferungen von finanziellen und materiellen Vorleistungen der Nachfolgestaaten der UdSSR abhängig machen. Für 1993 erwartet die Regierung eine Förderung von rund 340 Millionen – 1992 waren es 385 Millionen Tonnen. Grund für den Niedergang der Erdölindustrie sind vor allem mangelnde Ersatz- und Modernisierungsinvestitionen. Zudem decken die Erdöl- und Gaspreise nicht den russischen Kapitalbedarf. Die Preise für russisches Öl und Gas sollen in bilateralen Verhandlungen festgelegt werden. Mit Armenien, Weißrußland und Kirgistan wurden bereits in Surgut Abkommen geschlossen.
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