: Ein Spiel dauert zwei Minuten, Herr Thoma!
Habe ich irgendwann mal nicht aufgepaßt? Ich guck' doch alle Fußballsendungen. Und die sind ja fast ausschließlich bei den Privaten, also bei Sat.1 hauptsächlich und bei RTL hin und wieder. Ja, und seitdem das so ist, ist das doch so, daß die Fußballübertragung in den Werbepausen stattfindet. Oder wie seh' ich das? Also ich seh' das immer so, daß meistens Manfred Krug für Persil Reklame macht. Anschließend applaudiert das Fernsehstudio-Publikum dem gelungenen Werbespot, dann erscheint Jörg B. Beckmann und quasselt irgendwas, was das Studiopublikum witzig findet und deswegen applaudiert, dann schreit zwei Minuten lang Werner Hansch , weil in einem Fußballstadion drei Tore gefallen sind, und dann kommt Manfred Krug und macht Reklame für die Telekom. Und wieso soll das jetzt geändert werden? Warum fordern in Bild am Sonntag Sat.1-Kogel und RTL-Thoma nur noch „zwei Pausen pro Fußball-Spiel“ oder nur noch „zwei zusätzliche Unterbrechungen pro Halbzeit“? Was denn für Halbzeiten? Die tun ja so, als gebe es im Fußball nur eine Halbzeitpause, in der Werbung gezeigt werden könne. Gucken die ihre eigene Sendung nicht an? Die sind mindestens ahnungslos, wahrscheinlich aber verrückt. Deswegen hier noch mal für die Herren Kogel und Thoma in aller Ruhe die wichtigsten Fußball-Regeln seit der Erfindung des Privatfußballs: Ein Spiel dauert zwei Minuten, vor dem Spiel ist nach der Werbung, der Ball ist rund wie die Mega- Pearls von Manfred Krug, und Meister ist, wer von Beckmann geduzt wird. Fritz Eckenga
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen