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■ Ein Brief der Perspektive e.V. BerlinEinladung nach Quedlinburg

An die Vorsitzenden der im Bundestag vertretenen Parteien, der Kirchen, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände:

In Deutschland eskaliert die Gewalt. Es brennt allerorten. Menschen werden verfolgt, gar angezündet. Teile der Bevölkerung klatschen Beifall. Politiker drücken Bedauern, zuweilen auch Entsetzen aus, um anschließend wieder zur Tagesordnung überzugehen. Wir wollen nicht, daß die Debatte um das Asylrecht und den Flüchtlingszustrom parteipolitisch instrumentalisiert wird. Tag für Tag wird in der BRD der Art. 1 des Grundgesetzes mit Füßen getreten, und immer schneller scheinen die humanitären und kulturellen Maßstäbe im Umgang mit Menschen verlorenzugehen. Wir fordern Sie auf, dem nicht weiterhin tatenlos zuzusehen! Setzen Sie ein Zeichen, und sorgen Sie dafür, daß in der BRD und vor dem Ausland ein Zeugnis des demokratischen Zusammenschlusses gegen Rechtsradikalismus und Ausländerfeindlichkeit abgelegt wird. Die Perspektive Berlin e.V. fordert Sie auf, mit den Vorsitzenden aller im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien, der Kirchen, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände am 31.10.92 in Quedlinburg, Treffpunkt Marktplatz, 14 Uhr, kurze fünfminütige Erklärungen, anschließend Demonstrationsgang zum gefährdeten Asylantenheim, gemeinsam gegen den Rechtsradikalismus und dessen Gewalt in unserem Land zu demonstrieren. Die Bürger der BRD brauchen diese Geste zum Verständnis der Demokratie und für ein Zusammenwachsen Europas. Aber sie brauchen auch demokratische Vorbilder, damit sie nicht Achtung, Respekt und das notwendige Interesse an den Parteien unseres Landes endgültig begraben. Um der Bevölkerung Gelegenheit zu geben, an dieser Demonstration teilzunehmen, werden wir diesen Brief in der kommenden Woche veröffentlichen. Wir sind davon überzeugt, daß Ihnen der Ernst unseres Anliegens bewußt ist, und bitten Sie daher, uns bis zum 1.10. mitzuteilen, ob Sie nach Quedlinburg kommen werden. Mit freundlichen Grüßen Lea Rosh

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