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Ein Blauer Unschuldsengel?

■ Blue-Devils-Boß Gernerts neue Footballiga wird geschnitten

Wie erreicht ein Football-Spieler höchstes europäisches Leistungsniveau? Ganz einfach: Er spielt in der Ende 1993 gegründeten Football League of Europe (FLE)! Zum Beispiel bei den Munich Thunder, den Berlin Bears, Frankfurt Gamblers oder den Hamburg Blue Devils, allesamt, laut FLE-Initiator und Blue-Devils-Mastermind Axel Gernert, Europas Footballolymp.

Ettikettenschwindel und Betrug am Fan wirft der American Football Verband Deutschland (AFVD) dem Hamburger Sportorganisator vor. Die von Gernert als europäische Spitzenteams angepriesenen Equipen seinen allenfalls zweit-oder gar drittklassig, ist aus der Vorstandsetage des Verbandes zu hören. Gegen diese Vorwurf verwehrt sich Axel Gernert vehement: „Wir sollten uns nicht immer mit der Vergangenheit auseinandersetzen, sondern abwarten, was die Saison bringt.“ Und er verspricht einen starken Zulauf an Spielern, auch aus der 1. Bundesliga. Namen will der blaue Oberteufel aber nicht nennen. „Das kann er auch nicht, weil kein namhafter Footballer da mitmachen will,“ versichert Helene Busse, Vize-Prsidentin des AFVD und bayerische Verbandspräsidentin. Außerdem bestünden Teams wie die Munich Thunder nur auf dem Papier. „Es ist deshalb eine Blasphemie, auf diese Weise die sportlichen Leistungen unserer Erstligisten herabzusetzen.“

Zudem beschuldigt Rüdiger Labenski, ebenfalls Vizepräsident des AFVD, den findigen Gernert der reinen Profitgier. „Die FLE ist eine reine Commercial-League,“ stimmt Vizepräsidentin Busse zu. Gernert, der sich gerne als großer Football-Wohltäter feiern läßt, soll das ganze für seinen eigenen Geldbeutel inszenieren. „Das ist zu profan und zu schlammig“, der Devilspräsident fühlt sich verkannt, an seiner Statt läßt der blaue Unschuldsengel die Rechtsanwälte sprechen.

Ein frühzeitiges Ende der FLE könnte auch der Beschluß des AFVD-Verwaltungsrates vom vergangenen Wochenende bewirken: „Keine Spieler oder Referees des AFVD dürfen an einem Spiel gegen eine Mannschaft teilnehmen, die nicht im AFVD oder einem europäischen Verband angeschlossen sind. Bei Zuwiderhandeln erfolgt eine Sperre.“ Davon wäre jedes Team, das gegen die Munich Thunder antritt, betroffen. „Sie sind nicht Mitglied im bayerischen Verband und bis zum heutigen Tag liegt mir kein Aufnahmeantrag vor,“ erklärt Helene Busse. Und als Verbandspräsidentin muß sie das wissen.

Also doch keine Gameshow in der Stellinger Betonschüssel? Der blaue Engel winkt ab, der Beschluß sei nicht rechtskräftig und deshalb für die Blue Devils ohne Bedeutung. Vizepräsidentin Busse ist sich sicher: „Der Beschluß braucht nur auf der Bundesversammlung am 26. März bestätigt werden.“ Und wenn der europäische Dachverband diesen Beschluß unterstützt, wäre eine internationale Isolation der FLE-Teams möglich. E. Feindt

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