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Ein Auto nur wegen der Korruption

■ Nationalauto kann Indonesien 1,5 Milliarden Mark kosten

Jakarta (dpa) – Das indonesische Projekt eines „Nationalautos“ ist nach Einschätzung des dortigen Generalstaatsanwalts Andi Ghalib ein Produkt der Korruption, das den Staat 1,5 Milliarden US-Dollar kosten könnte. Das Projekt war von dem – inzwischen gestürzten – Präsidenten Suharto 1996 per Dekret angeordnet worden. Den Auftrag zum Bau des Fahrzeuges erhielt die Firma PT Putra Timor Nasional (PTN) des Suharto-Sohnes Hutomo „Tommy“ Mandala Putra.

Ghalib kündigte am Montag die Vernehmung Suhartos und des früheren Industrieministers Tunky wegen des Projektes an. Das Nationalauto „Timor“ sollte bis Ende 1999 zu 60 Prozent aus indonesischen Komponenten bestehen. Tatsächlich wurden jedoch alle 39.000 bisher produzierten Fahrzeuge komplett bei Kia in Süd-Korea gebaut, mit dem Timor-Markenzeichen versehen und zollfrei in Indonesien eingeführt. Dabei seien dem Staat mehr als eine Milliarde Dollar Zolleinnahmen verloren gegangen, sagte Ghalib. Außerdem müsse der Staat für 500 Millionen Dollar Kredite geradestehen.

Auf Importe ausländischer Kfz werden in Indonesien normalerweise hohe Zölle erhoben. Der Timor galt jedoch offiziell als inländisches Fahrzeug. Japan, die USA und die Europäische Union waren bei der Welthandelsorganisation wegen unlauteren Wettbewerbs gegen PTN vorgegangen.

Indonesischen Zeitungen zufolge soll die Familie Suharto in der 32jährigen Herrschaft des Generals bis zu 40 Milliarden Dollar angehäuft haben; doch gibt es dazu keine offizielle Bestätigung. Der Wert soll jedoch ohne Beteiligung der Regierung ermittelt werden.

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