: EG-Wirtschaftskraft läßt weiter nach
■ Bald über 20 Millionen Arbeitslose in der Gemeinschaft
Brüssel (dpa/taz) – Mit der europäischen Wirtschaft geht es nach Einschätzung der EG-Kommission weiter bergab: Die Wirtschaftskraft der zwölf EG-Länder wird in diesem Jahr erstmals seit 1975 sinken, die Arbeitslosigkeit gleichzeitig sprunghaft ansteigen. Erst 1994 könnte ein moderater Aufschwung die Talfahrt bremsen.
Die EG-Experten erwarten, daß das Inlandsprodukt der Gemeinschaft in diesem Jahr um 0,5 Prozent zurückgehen wird. Im Januar war die Kommission in ihrem Jahreswirtschaftsbericht 1993 noch von einem Wachstum um 0,8 Prozent ausgegangen.
Die Erwerbslosigkeit ist noch trostloser: Auf die Rekordzahl von mehr als zwölf Prozent wird die Arbeitslosenrate bis Mitte 1994 ansteigen – zu Beginn des Abschwungs 1990 waren es noch 8,3 Prozent. Im nächsten Jahr wären damit fast 20 Millionen Menschen ohne Beschäftigung – das größte Arbeitslosenheer seit Bestehen der EG.
Vor allem fünf EG-Länder haben schwer an der Rezession zu tragen: Westdeutschland mit einem Produktionsminus von 2,5 Prozent (zwei Prozent für Gesamtdeutschland), Belgien, Frankreich, die Niederlande und Spanien. Nur in Irland und Großbritannien werde die Wirtschaftskraft steigen.
Auch die Haushaltsdefizite werden 1993 mit einem Durchschnitt von 6,25 Prozent des Inlandsprodukts auf Rekordhöhen anschwellen. Alle großen EG-Staaten kämen dadurch ernsthaft in Bedrängnis, so die Kommission.
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