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»Drüber und drunter« in der HUB

■ Über 200 RednerInnen streiten bei der 13. Berliner »Volksuni« in der Humboldt-Universität

Mitte. »Drüber und drunter in Deutschland« — unter diesem Motto präsentiert sich die diesjährige 13.Berliner Volksuni an den Pfingsttagen in der Ostberliner Humboldt- Universität. Nachdem im vergangenen Jahr unter dem Titel »Wie im Westen also auch auf Erden« vier Tage lang heftig gestritten wurde, steht auch das diesjährige Motto im Zeichen deutsch-deutscher Befindlichkeiten. In über 110 Veranstaltungen diskutieren über 200 RednerInnen die Verwirrung in beiden Teilen Deutschlands, Macht und Ohnmacht, Herrschaft und Unterordnung. Den Auftakt des links-alternativen Bildungsfestes bildet der SPD- Politiker Peter Glotz mit einem Festvortrag am Freitag um 18 Uhr im Marx-Engels-Auditorium. Zu den Volksuni-Themen gehört die Zerstörung des amazonischen Regenwaldes ebenso wie die Privatisierung ehemaliger volkseigener Betriebe in der DDR oder die Erfahrungen von Frauen in der Opposition im ehemaligen Jugoslawien. Praxis und Theorie stehen in der »Volksuni«, die 1990 zum ersten Mal in Ost-Berlin tagte, dicht beieinander. »Planungsalltag und BürgerInnenbeteiligung — das Experiment Plattform Marzahn« steht gleichzeitig mit einem Vortrag des Politikwissenschaftlers Ekkehart Krippendorff über »Orientierungen an Goethe« im Programm.

Wie in jedem Jahr versammeln sich auch diesmal Klassiker der linken Politikwissenschaft in der Volksuni. Elmar Altvater referiert am Sonnabend über »Perspektiven des internationalen Kapitalismus«, Krippendorff und Georg Fülberth aus Marburg diskutieren am Montag über »Nie wieder Deutschland?«. Der Berliner Politologe Wolf-Dieter Narr streitet sich am Sonnabend mit dem stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Wolfgang Thierse unter dem Titel »Die staatserhaltende Funktion des Verdachts« über die Diskussion um die Zugehörigkeit zur Staatssicherheit. Andere Veranstaltungen befassen sich mit Methodenfragen des Antirassismus, der Zukunft der Öko-Bank oder den Produktionsweisen im Regenwald (beschrieben von Alvaro Sampaio, einem Vertreter der Union brasilianischer Indianer). Verständigungsschwierigkeiten von Ost- und Westfrauen erörtern Hanna Behrend und Christina Schenk (beide UFV) mit der Leipziger Liedermacherin Barbara Thalheim, der Politologin Barbara Beck und Ursula Schäfer (DGB Berlin). Für die abendliche Unterhaltung sorgen neben Barbara Thalheim der Kabarettist Martin Buchholz sowie das Liedertheater Wenzel und Mensching. jgo

Das komplette Programm ist erhältlich unter Telefon 2823931 (Ost) oder ab Freitag in der Humboldt- Uni. Die Karten für das gesamte Wochenende kosten für Verdienende 45, für Nichtverdienende 25 Mark. Tageskarten gibt es für 22,50 beziehungsweise 12,50 Mark.

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