: Drei parteilose (Ober-)Bürgermeister
In Brandenburg setzen sich zwei Kandidaten gegen die AfD durch. In Potsdam endet die lange SPD-Ära
Mit einem deutlichen Sieg bei der Oberbürgermeisterwahl in Potsdam hat die parteilose Noosha Aubel die lange SPD-Ära in der brandenburgischen Landeshauptstadt beendet. Die 49-Jährige zeigte sich überwältigt von der großen Zustimmung: Mit 72,9 Prozent schlug sie in der Stichwahl am Sonntag den SPD-Kandidaten Severin Fischer (27,1 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei 42,5 Prozent. „Wahnsinn – Wow – danke“, hieß es auf Aubels Instagram-Account. Ihre politischen Unterstützer setzen nach vielen Querelen im Stadtparlament nun auf einen neuen Politikstil und eine parteiübergreifende Zusammenarbeit.
Die Enttäuschung bei den Sozialdemokraten dagegen ist groß. Sie verlieren erstmals seit 35 Jahren das Oberbürgermeisteramt in Potsdam. Zugleich setzt sich der Trend zu parteilosen Kandidaten in Brandenburg fort. „Parteien haben ein sehr schlechtes Image“, sagte der Potsdamer Politikwissenschaftler Jan Philipp Thomeczek der dpa. „Wer also ohne „Partei-Ticket“ in so eine Wahl geht, kann sich von diesem Image loseisen und kommt möglicherweise besser an.“
Auch in Frankfurt (Oder) war ein Bewerber ohne Partei-Ticket erfolgreich: Der Einzelbewerber Axel Strasser wird neuer Oberbürgermeister der viertgrößten Stadt Brandenburgs. Er gewann die Stichwahl klar mit 69,8 Prozent der Stimmen gegen den AfD-Kandidaten Wilko Möller.
In Eisenhüttenstadt gewann Marko Henkel die Bürgermeister-Stichwahl. Er ist parteilos, wurde aber von der SPD nominiert – und ließ einen AfD-Bewerber in der Stichwahl hinter sich. (dpa)
Umverteilung gegen rechts
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