: Die tödliche Straße von Hormus
Drei indische Seeleute sterben bei einem US-Einsatz vor Oman. Trotz neuer Eskalation wird weiter verhandelt
Bei einem US-Militäreinsatz gegen einen Tanker vor der Küste Omans sind drei indische Seeleute ums Leben gekommen. Die zunächst vermissten Besatzungsmitglieder seien tot aufgefunden und identifiziert worden, teilte Indiens Schifffahrtsminister Sarbananda Sonowal mit. Das US-Militär hatte das unter der Flagge des Pazifikstaats Palau fahrende Schiff „Settebello“ nach eigenen Angaben am Mittwoch beschossen.
Der Tanker soll versucht haben, iranisches Öl zu transportieren und Anweisungen der US-Streitkräfte missachtet haben. 21 weitere indische Besatzungsmitglieder wurden gerettet. Neu-Delhi verurteilte den Angriff, Medienberichten zufolge bestellte das Außenministerium aus Protest den stellvertretenden US-Botschafter ein.
Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund einer erneuten Eskalation im Konflikt zwischen den USA und Iran. Nachdem Anfang April eine Waffenruhe vereinbart worden war, flammten die Kämpfe in dieser Woche wieder auf. Auslöser war nach US-Angaben der Abschuss eines Militärhubschraubers nahe der Straße von Hormus.
Die strategisch wichtige Meerenge, über die ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels läuft, ist seither erneut Schauplatz militärischer Spannungen. Vor der Küste Omans wurde am Donnerstag zudem ein weiterer Tankerbrand gemeldet, dessen Ursache zunächst unklar blieb.
Trotz neuer gegenseitiger Angriffe laufen hinter den Kulissen Verhandlungen zwischen Washington und Teheran weiter. Nach Angaben von Insidern tauschen beide Seiten Entwürfe für ein mögliches Rahmenabkommen aus. Streit gibt es unter anderem über die Freigabe eingefrorener iranischer Öleinnahmen, Sanktionserleichterungen und die Zukunft der Straße von Hormus. US-Präsident Donald Trump drohte der iranischen Führung zugleich mit weiteren Militärschlägen und kündigte an, die USA könnten künftig auch die Kontrolle über wichtige iranische Ölanlagen anstreben. (reuters, dpa, ap)
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