taz🐾sachen: Die neue Welt des Virus
Als wir die neue Edition von Le Monde diplomatique zum Thema Weltgesundheit abgeschlossen hatten, nahm die vierte Coronawelle gerade Fahrt auf. Inzwischen hat Deutschland bei der Zahl der Neuinfektionen Großbritannien eingeholt, lediglich in den USA infizieren sich aktuell mehr Menschen mit dem Coronavirus. Und das liegt bekanntlich nicht daran, dass wir – im Gegensatz zu den meisten ärmeren Ländern im Globalen Süden – zu wenig Impfstoffdosen haben. Wir erinnern uns: Als im Winter 2020/21 die ersten Vakzine gegen Covid-19 auf den Markt kamen, deckten sich zuerst die reichen Länder ein, wo man als Nächstes über „gute“ (Biontech/Pfizer) und „schlechte“ (AstraZeneca) Impfstoffe zu streiten begann, während andere Länder mit wesentlich schlechter ausgestatteten Gesundheitssystemen nach wie vor leer ausgingen.
Gleichzeitig erlebte die Impfskepsis, mit der es schon der Arzt Edward Jenner zu tun bekam, als er Ende des 18. Jahrhunderts in England den Kampf gegen die Pocken aufnahm, eine neue Renaissance – bezeichnenderweise vor allem im reichen Norden, wie die WHO-Wissenschaftlerin Soumiya Swaminathan festgestellt hat.
Dass diese Coronapandemie nicht der erste Treiber von Ungleichheit in der Medizingeschichte ist, die so reich an wunderbaren Fortschritten und erschütternden Rückschlägen ist, können Sie in der neuen Edition von Le Monde diplomatique „Ware Weltgesundheit. Vom Tuberkulinrausch zum Impfprivileg“ nachlesen. Ab jetzt im Handel oder online: monde-diplomatique.de/edition-lmd Dorothee D’Aprile
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