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Die neue US-Offensive in Iran zieht an

Zwei US-Soldaten kommen durch einen iranischen Angriff in Jordanien um, ein weiterer wird vermisst. Die USA schlagen zurück – und beide Seiten drohen

Aus WashingtonHansjürgen Mai

Zwei US-Soldaten sind bei einem Luftangriff des Iran auf Stellungen in Jordanien am Freitag getötet worden. Dies verkündete das US-Verteidigungsministerium am Samstag in einer Mitteilung. Ein weiterer Soldat werde noch vermisst. Die beiden Soldaten sind die ersten Todesopfer auf US-Seite seit dem Zusammenbruch des temporären Waffenstillstands zwischen den Kriegsparteien.

Das US-Militärkommando CENTCOM, das für den Nahen Osten und weite Teile Zentral- und Südasiens zuständig ist, erwiderte die Angriffe des Irans mit einer großangelegten Militäroffensive. Laut offizieller Angaben wurden militärische Anlagen des Irans zur Küstenüberwachung und Luftverteidigung bombardiert, außerdem Raketen- und Drohnenlagerstätten sowie Einheiten der Revolutionsgarde. Es war die achte Nacht in Folge, in der die US-Streitkräfte Militärangriffe gegen iranische Ziele ausführten.

„Die Angriffe zielen darauf ab, Irans Fähigkeit, die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus zu gefährden, weiter zu schwächen und die Einheiten der Islamischen Revolutionsgarde, die in der vergangenen Nacht Angriffe auf US-Militärangehörige in Jordanien verübt haben, rasch zu bestrafen“, erklärte CENTCOM in seinem Post auf X.

Das US-Militär zählt bislang 16 Tote und 430 Verletzte

US-Präsident Donald Trump erklärte in Telefonaten mit Journalisten am Samstag, dass der Tod der zwei US-Soldaten „äußerst traurig“ sei. Gleichzeitig sagte er aber auch, dass sie nicht sinnlos ihr Leben gelassen hätten. Vielmehr hätten sie ihrem Land gedient und alles dafür getan, dass der Iran niemals über eine Atomwaffe verfügt. „Das zeigt einem einfach, wie schlimm (die Iraner) sind“, so der US-Präsident im Gespräch mit der New York Post.

Insgesamt 16 US-Soldaten sind seit dem Beginn des Kriegs mit dem Iran getötet worden. Mehr als 430 weitere wurden verletzt. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth bezeichnete die nun getöteten Soldaten als „Helden“ und erklärte: „Ihr Opfer stärkt nur unsere Entschlossenheit.“

Irans Oberster Führer Mojtaba Khamenei warnte die USA noch am Samstag davor, dass ihnen „unvergessliche Lektionen“ bevorstünden, sollten sie ihre Angriffe fortsetzen. Das iranische Staatsfernsehen zitierten ihm zugeschriebene Äußerungen: Die Unterschrift von Präsident Trump unter der Absichtserklärung sei „wertlos und ungültig“. Iranische Verhandlungsführer erklärten zudem, dass die Absichtserklärung, die beide Nationen im vergangenen Monat unterzeichneten, nun offiziell ausgesetzt sei. Trump hatte dies bereits während des NATO-Gipfels in Ankara Anfang Juli verkündet.

Neben Stellungen des US-Militärs soll Teheran in der vergangenen Nacht auch einen Drohnenangriff auf ein Lager von kurdischen Rebellen im Irak ausgeführt haben. Dabei sollen acht Menschen verletzt worden sein. Kurz zuvor wurden wohl bereits neun kurdische Kämpfer bei iranischen Luftangriffen im Irak getötet.

Abstimmung über den Krieg im US-Kongress eigentlich nötig

Im US-Kongress fielen die Reaktionen auf den Tod der beiden US-Soldaten wie erwartet aus. Während Republikaner dazu aufriefen, für die Gefallenen zu beten, nutzten viele Demokraten die Tragödie, um einen Rückzug der USA aus dem Nahen Osten zu fordern. Laut ihnen seien die 16 bisherigen Todesfälle das direkte Resultat eines fragwürdigen Kriegs, den Trump selbst vom Zaun gebrochen habe. „Das ist der Preis für Präsident Trumps unnötigen Krieg“, schrieb etwa die Abgeordnete Nikki Budzinski auf den sozialen Medien. Der Demokrat Herb Conaway forderte Trump und seine republikanischen Kollegen dazu auf, diesen Krieg endlich zu beenden. „Genug ist genug“, postete er auf X.

Das zeigt einem einfach, wie schlimm (die Iraner) sind

US-Präsident Trump in der New York Post

Der Appetit unter Republikanern nur wenige Monate vor den Kongresswahlen sich gegen Trump zu stellen ist allerdings gering. Nur Trump-Gegner, wie der Abgeordnete Thomas Massie, verlangen ein schnelles Ende: „Wir hätten wissen müssen, was sie im Schilde führten, als sie das Verteidigungsministerium in Kriegsministerium umbenannten“.

Die Demokraten im Senat hatten bereits vergangene Woche angekündigt, eine erneute Abstimmung über Trumps Kriegsbefugnis zu forcieren. Da nur der Kongress laut US-Verfassung die Autorität besitzt, offiziell Krieg zu erklären, muss der Präsident spätestens nach 60 Tagen – beziehungsweise 90 Tagen sollte er eine Verlängerung beantragen – die Unterstützung des Kongresses einholten.

Nachdem der Krieg bereits Anfang März begonnen hatte, sind beide Fristen bereits abgelaufen. Doch laut der US-Regierung habe der vorübergehende Waffenstillstand und die Absichtserklärung dies Fristen zurück auf null gesetzt. Die Demokraten kritisieren diese Auslegung.

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