Die Wahrheit

Im Anfang war der Krach

Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit: Heute darf sich die Leserschaft an einem Poem über lärmende Bettnachbarn erfreuen.

Ein Mann schläft auf einer Bank

Foto: AP

Es ging ein Grollen über Land,

ein Dings, ein dezibelles Bums.

Auch nahm ein Dröhnen überhand,

ein Poltern und ein Rums.

Darauf ein Tosen und ein Saus,

ein Rauschen wie bei zwei Promill,

und schließlich so ein fettes Braus.

Dann war es wieder still.

Nicht lang, da klang ein tiefes Brumm

sowie ein kleiner scharfer Krach

von rechts. Von links kam ein Gesumm,

ein wimmernd Weh und Ach.

Von irgendwo drang auch ein Lärm,

so eine Art helles Gebrüll.

Rumoren aus dem Weltgedärm,

ein kakophoner Müll.

All dieses Tosen, Brüllen, Schrein,

war einzig Frage des Geschmacks.

Die wirklich große Höllenpein

war jener leise Knacks

kurz vor der Ruhe vor dem Sturm.

Da barst mir fast das Trommelfell.

Das riss durch Mark und Hosenwurm,

dann ging es ziemlich schnell:

Es schwurbelte ein Trallala

und Klimperei so grell wie nie,

ich wachte auf, erschrak und sah:

Ich schlief dem Urknall vis-à-vis!

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