Die Wahrheit: Reitstunden mit Antihistaminen
Der Engländer liebt Pferde, aber er verliert sein Geld meistens am Wettschalter, weil er auf den falschen Gaul setzt. ...
D er Engländer liebt Pferde, aber er verliert sein Geld meistens am Wettschalter, weil er auf den falschen Gaul setzt. Manche, wie die Queen, sahnen jedoch mit ihren Tieren bei Galopprennen hohe Preisgelder ab. Die Vorliebe für Pferde gehört bei den Windsors zur Arbeitsplatzbeschreibung. Ob Polo oder Dressurreiten, ob Warm- oder Kaltblüter – ein Blaublüter ist immer dabei.
Wie konnte sich also jemand mit einer Pferdeallergie in diese Familie einschleichen? Kate Middleton, die nach ihrer Heirat mit Prinz William das Pseudonym „Herzogin von Cambridge“ angenommen hat, gestand neulich beim Empfang für die britischen paralympischen Athleten, dass sie empfindlich auf die unhandlichen Tiere reagiere.
Dennoch habe sie begonnen, Reitstunden und Antihistamine zu nehmen, damit sie ihrer angeheirateten Familie auf Augenhöhe begegnen könne. Wenigstens ist sie nicht allergisch gegen Corgis, sonst würden die königlichen Paläste zur No-go-Area für sie.
Lee Pearson, der bei den paralympischen Spielen in London seine zehnte Goldmedaille gewonnen hat, bot an, der Herzogin die Pferdedressur beizubringen. „Sie fragte mich, ob ich mein ganzes Leben lang geritten sei“, sagte Pearson. „Dann nahm sie meine Medaillen in ihre Hände und wunderte sich, wie schwer sie waren.“ Königin Elisabeth nahm die Medaillen der Rollstuhlrennfahrerin Hannah Cockroft in die Hand und machte eine Bemerkung über das Gewicht des Edelmetalls.
Ihr Sohn, der Herzog von York, griff sich die Medaille der Radfahrerin Sarah Storey und fand sie ganz schön schwer. Was für interessante Gespräche auf königlichen Empfängen geführt werden! Nur der Radfahrer Jason Kenny sagte, er habe mit Kate Cambridge geredet, könne sich aber an kein einziges Wort erinnern, das sie gesagt habe.
Kates Schwiegervater Prinz Charles war derweilen in Neuseeland, wo ein Antiroyalist geplant haben soll, ihn mit Pferdemist zu bewerfen. Aber Charles ist nicht allergisch gegen Pferde, und der Mist ist ein gutes Düngemittel – wie offenbar auch der Rest des Pferdes. Jedenfalls hat der Abdecker Philip Cooper einen Wallach namens Otto in eine Tierverarbeitungsfabrik gegeben, obwohl dessen Eigentümerin ihm 920 Pfund für eine Einäscherung und ein anständiges Begräbnis bezahlt hatte.
Die Sache flog auf, als Cooper ihr eine Schachtel mit Asche überreichte, in die höchstens ein kremierter Corgi gepasst hätte. Für seine Schandtat wurde er von einem Gericht zu acht Monaten Gefängnis und zur Zahlung von Schadenersatz in Höhe von 53.000 Pfund verurteilt.
Zu seinen Lebzeiten war der Klepper nur einen Bruchteil davon wert, aber wenn es um Pferde geht, versteht der Engländer keinen Spaß. Diese Erfahrung musste auch Francis Kelly machen, der vor Gericht steht, weil er ein Polizeipferd mit einer Wurst im Blätterteig gefüttert hat. Die Anklage lautete trotz dieser kulinarischen Garstigkeit aber nicht auf Tierquälerei, sondern auf Landfriedensbruch. Das Pferd habe hungrig ausgesehen, verteidigte sich Kelly. Vielleicht war ja Otto in der Wurst.
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