Die Wahrheit: Tröpfchen ins Köpfchen
Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit. Heute darf sich die Leserschaft an einem Poem über den in Schwermut ertränkten Herbst erfreuen.
Man wird so melancholisch
und auch gern alkoholisch
im Herbst, fühlt mit den Bäumen,
die Pfad und Ufer säumen
und längst mit Laubfall kämpfen,
im Land die Stimmung dämpfen …
Die Herzen, grad die weichen,
gehörn zerzausten Eichen.
Der Anblick lichter Linden
lässt häufig Sinne schwinden.
Noch jämmerlicher wirken
nur ausgedünnte Birken!
Gerupft sind auch die Erlen –
im Sommer Landschaftsperlen!
Bald sind sie alle ohne
ihr Grünzeug in der Krone,
die angeschmierten Riesen,
durch die die Winde bliesen –
und die da schmucklos stehen.
All ihre Blätter wehen
prompt dem Zerfall entgegen!
Man führt sich, auch deswegen,
ein Tröpfchen zu Gemüte,
vermisst die Zeit der Blüte,
die Zeit, die nun vorüber,
und denkt, den Sinn noch trüber,
an eigne Blütejahre,
an Hüfte, Haut und Haare –
um sich bei dem Gedenken
stets eifrig nachzuschenken
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