Die Wahrheit: Frühlings Erwachen
Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit. Heute darf sich die Leserschaft an einem Poem über jemanden, der es einfach macht, erfreuen.
Mache ich es ganz allein
geht es mir durch Mark und Bein
Tue ich es mal zu zweit
dauert’s eine Ewigkeit
Machen wir es mal zu dritt
komm ich nie so richtig mit
Tun wir es dann mal zu viert
ist’s mir schlicht zu kompliziert
Mache ich es spirituell
geht es meistens viel zu schnell
Tue ich es rational
sieht es doof aus und banal
Mache ich’s auf Alkohol
fühlt sich’s an wie ein Symbol
Geh ich’s völlig nüchtern an
weiß ich nie: Bin ich jetzt dran?
Tu ich’s, wie es alle tun
fühle ich mich wie ein Huhn
Mach ich’s, wie es mir gefällt
ist es nicht von dieser Welt.
Tu ich es von hinten links
verrenk ich meistens mir das Dings
Tu ich es von vorne rechts
bin ich Schande des Geschlechts
Mache ich’s im Dauerlauf
ähnelt es dem Schlussverkauf
Mache ich es schlicht im Stehn
kann ich gleich nach Hause gehn
Wie man sieht: Wie ich’s auch mach
bleibt es bloß ein Weh und Ach
Wisst Ihr was: Ist mir zu schwer
Mach ich es halt gar nicht mehr
Die Wahrheit auf taz.de
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Warum recherchieren, wenn man schreiben kann.
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Deshalb weiß Die Wahrheit immer, wie weit man zu weit gehen kann.
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