Die Wahrheit: Traurige Güterzüge
Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit. Heute darf sich die Leserschaft an einem Poem über Waggons zum Weinen erfreuen.
Sah man früher Güterzügen
wartend zu an einem Gleise,
tat man es meist mit Vergnügen
als ein Zeuge einer Reise
von so unterschiedlich vielen
Dingen hin zu ihren Zielen.
Loren voller Eierkohlen,
die hoch bis zum Stromdraht quollen,
hingen an Waggons mit Bohlen,
ach, mit ganzen Wäldern vollen!
Und dazwischen folgten Trecker
zugbereit dem Ruf der Äcker.
Brauereien ließen Wagen
Werbung machen fürs Gebraute
und den Schriftzug vorwärts tragen,
den ein ganzes Land beschaute.
Jeder Zug war ein Verheißen
unterwegs auf kühlen Gleisen.
Heute rumpeln über Weichen
nur Container ohne Ende,
die sich grubenbahnhaft gleichen;
kein Versprechen ziert die Wände.
Siehst du von den Zügen einen,
siehst du alle und musst weinen.
Unser Mittel gegen Antifeminismus
Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen
meistkommentiert