: Die Türkei kommt, um zu bleiben
GRENZGEBIET Erdoğan will Sicherheitszone in Syrien einrichten. IS auch im Irak unter Druck. taz-Fotoreportage über Jesiden
taz | Die türkischen Panzer, die derzeit in Nordsyrien operieren, werden ihre Kanonenrohre nicht so schnell wieder in Richtung Heimat drehen. Die Regierung in Ankara hat nämlich inzwischen ihr eigentliches Kriegsziel benannt: eine Sicherheitszone auf syrischem Territorium. Diese soll, wenn der „Islamische Staat“ (IS) und andere bewaffnete Gruppen aus dem Gebiet vertrieben sind, von den Rebellen der Freien Syrischen Armee mit türkischer Unterstützung verwaltet werden. In Absprache mit Russland sollen die USA demnach für die Absicherung der Zone aus der Luft sorgen.
Dies würde für den IS bedeuten, dass er nach den Niederlagen in Manbidsch und Dscharabulus sein letztes Gebiet an der nördlichen Grenze verliert – und sich nicht länger mehr oder weniger ungehindert über den Landweg von der Türkei über Syrien in den Irak bewegen kann. Die Rückeroberung der IS-Hochburgen in Rakka und Mossul steht allerdings noch aus.
Im Irak hat im Vorfeld der für den Oktober angekündigten Regierungsoffensive bereits eine Fluchtbewegung eingesetzt. Schon einmal, Anfang August 2014, flohen die Menschen im Nordirak vor dem IS. Etwa 400.000 Jesiden wurden damals vertrieben, verschleppt und ermordet. Die UNO bewertete dies damals als Völkermord. Die taz dokumentiert heute das Schicksal der jesidischen Flüchtlinge in einer Fotoreportage aus dem Nordirak. B.S.
▶Schwerpunkt
▶Reportage
▶Meinung + Diskussion
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen