: Die Anderen: Le Monde/Corriere della Sera
Le Monde
Vergifteter Kelch für Jaruzelski
Nach dem Debakel, das die Kommunistische Partei jüngst bei den Parlamentswahlen im Juni erlitten hat, klingt das Mißgeschick von General Jaruzelski wie ein neues Alarmsignal in den Ohren eines Apparats, der zwar in höchsten Nöten ist, aber immer noch Polizei, Armee und Dienste aller Art kontrolliert. Das Präsidentenamt war in der Tat exakt auf den General zugeschnitten worden, um „Solidarität“ außer Reichweite der von Moskau als lebenswichtig angesehenen Sicherheitsfunktionen, wie der Kontrolle der Armee, zu halten. Zugleich sollte er sich innenpolitisch als „Präsident der nationalen Aussöhnung“ verhalten.
Corriere della Sera
Sowjetunion: Der Protest steckt an
Zum Teil war die Ausbreitung des Protests vorauszusehen. Nachdem deutlich wurde, daß die Bergleute ihren Kampf gewonnen hatten, wollten die anderen sowjetischen Kumpel den Zug nicht verpassen. Gorbatschow hat zwar versprochen, neue Arbeitsverträge für alle Bergleute in der Sowjetunion abzuschließen, aber im sowjetischen Wirtschaftssystem garantiert dies keineswegs eine Gleichheit der Behandlung.
Die Lebensqualität und -bedingungen in den verschiedenen Gebieten sind sehr unterschiedlich. Und jedes Bergbaurevier hat seine eigene Liste der Forderungen.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen