Deutsche Entwicklungspolitik: Keine Hilfe für Partnerländer mehr

Die Entwicklungskooperation mit einem Drittel der Staaten soll enden, heißt es in einem Medienbericht. Darunter seien Länder wie Burundi und Liberia.

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) mit Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi; Müller trägt Blumenkränze und Gesichtsbemalung

Bundesentwicklungsminister Müller in Indien mit Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi Foto: Anne-Sophie Galli/dpa

FRANKFURT/MAIN afp | Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) will die direkte Zusammenarbeit mit vielen Partnerländern beenden. In etwa einem Drittel der bislang 85 Staaten, in denen der deutsche Staat bisher direkt in der Entwicklungshilfe engagiert ist, solle diese Kooperation enden, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) in ihrer Mittwochsausgabe.

Die bilaterale Zusammenarbeit in der Entwicklungshilfe werde damit auf Länder konzentriert, die gezielt Reformen zu guter Regierungsführung umsetzten, die Menschenrechte wahrten und die Korruption mit deutscher Unterstützung bekämpften, sagte Müller der Zeitung. „Wir gehen damit weg von der Gießkanne und arbeiten verstärkt mit unserer bilateralen Zusammenarbeit dort, wo unser Engagement einen Unterschied macht“, betonte er.

Das Vorhaben gilt dem Zeitungsbericht zufolge in Müllers Ministerium als „die größte Strukturreform seit zwölf Jahren“. Auf der Streichliste für die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit stehen laut FAZ unter anderem Myanmar, Nepal und Sri Lanka in Asien, Burundi, Liberia und Sierra Leone in Afrika sowie Guatemala, Haiti und Kuba in Lateinamerika und der Karibik.

Der Minister wollte sich zu den einzelnen Ländern nicht äußern. Die Arbeit an der neuen Länderliste gilt zwar der Zeitung zufolge als weitgehend abgeschlossen, es seien aber noch Änderungen in dem einen oder anderen Fall möglich.

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