: Der alte Gentechniker
Der Biogenetiker Wes Jackson entwickelte eine Landwirtschaft, die nicht nur ökologisch, sondern auch noch überaus ertragreich ist
STOCKHOLM taz ■ Der amerikanische Biogenetiker Wes Jackson wird laut Preisbegründung geehrt für seine zwei Jahrzehnte lange zielbewusste Arbeit daran, eine Landwirtschaft zu entwickeln, die sowohl hohen Ertrag verspricht, als auch ökologisch vertretbar sei. Geld bekommt er für seinen Ehrenpreis allerdings nicht.
Jackson ist Mitbegründer des seit 1976 bestehenden „The Land Institute“ (TLI) im US-Bundesstaat Kansas. Eine akademische Laufbahn brach er ab, um sich ganz seiner Vision eines natürlichen Landwirtschaftssystems zu widmen, das nicht mehr auf Monokulturen, sondern auf einem ausgeklügelten System von Fruchtwechsel gründet.
Das Ziel des TLI ist es, in einem auf mehrere Jahrzehnte angelegten Praxisversuch zu demonstrieren, dass es Alternativen zur konventionellen Landwirtschaft mit ihrer hohen Ressourcenverschwendung und negativen Umwelteinwirkung gibt. Ein Pflanzenmisch- und Fruchtwechselsystem aus vorwiegend mehrjährigen domestizierten wie wilden Gewächsen, welches in der Ertragsbilanz sich letztendlich mit den konventionellen, auf jährliche Ernten gegründeten Landwirtschaften messen kann. Und dabei die Nachteile der jetzigen Bodenbearbeitung durch jährliches Pflügen und damit geförderte Bodenerosion ebenso vermeidet, wie den durch Monokulturen geforderten Chemieeinsatz.
Das TLI beschäftigt sich auch mit einer Reihe von anderen Projekten, so ein „Sonnenschein-Forschungsprogramm“, in welchem man demonstrieren will, dass es möglich ist, eine Landwirtschaft unter völligem Verzicht auf fossile Energieverbrennung, Düngemittel und Pestizide zu betreiben. REINHARD WOLFF
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