: „Der Supermarkt ist schön kühl“
Wohnungslose Frau, 66 Jahre alt, angetroffen an einer Essensausgabe in Berlin
Die heißen Tagen machen mich wach, topfit und super motiviert. Und die Hitze macht mich viel lockerer. Nee, ich mach nur Spaß. 25 Grad möchte jeder gern, aber das ist ja nicht zu haben auf Dauer. Die 40 Grad letztens waren wirklich eine Herausforderung. Aber man hat ja dann so ein gemeinsames Leiden mit allen, die sind dann alle so: Okay, ist jetzt so. Aber keiner möchte immerzu schwitzen. Es ist schön, wenn es dann endlich wieder aufhört.
Wenn man keinen Zugang zu Trinkwasser hat, ist das schon schwierig. Trinkbrunnen sind dann mal wirklich gut. Wenn es warm ist, macht das bei vielen Kreislaufprobleme. Schwindel oder Kopfschmerzen oder Kreislauf – zum Glück geht das bei mir irgendwie.
Mir hilft keiner, durch die heißen Tage zu kommen. Ich mache lieber alles allein. Ein bisschen Sonnencreme benutze ich an diesen Tagen, was ich sonst gar nicht mache. Ich müsste eigentlich auch mal eine Sonnenbrille haben, es war doch sehr hell letzte Woche. Ich achte schon darauf, dass ich immer mal wieder im Schatten bin.
Sonst habe ich da keine großen Rezepte. Ich habe genug Wasser und, na ja, den kühlen Supermarkt. Wenn ich im Supermarkt bin, denke ich: Hier bleibe ich. Aber ich kann ja nicht immer einkaufen gehen. Es gibt auch Kirchen, die offen sind an den heißen Tagen. Auch wenn die Kirchen jetzt warm sind, sie sind trotzdem noch irgendwie kühler. Im Prinzip müsste es, damit es mir gutgeht, nach zwei, drei Tagen wieder kühler werden, so um 25 Grad. Diese Phase, als es zwei Wochen lang so extrem heiß war, das war schon wirklich viel.
Vielleicht bräuchte ich eine persönliche Klimaanlage oder einen Springbrunnen zum Reinspringen. Es gibt ja wohl auch Wasserangebote, ich weiß nur gar nicht, wo man da nachschauen kann. Im Winter freue ich mich ja immer auf den Sommer, aber jetzt habe ich schon wieder genug von der Sonne.
Protokoll: Sean-Elias Ansa
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