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Das PortraitDer Biobio-Retter

■ Juan Pablo Orrego

Für „persönlichen Mut, Aufopferung und Beharrlichkeit“ im Einsatz für eine nachhaltige Entwicklung wird morgen dem Chilenen Juan Pablo Orrego der Alternative Nobelpreis in Schweden übergeben. Der fünffache Familienvater, Ex-Rockmusiker und Umweltschützer setzt sich in Chile seit 1991 gegen den Bau von sechs Staudämmen am Biobio-Fluß ein. Gemeinsam mit seiner „Aktionsgruppe für den Biobio“ (Gabb) und den dort lebenden Pehuenche- und Mapuche-Indianern stoppte er den Bau des zweiten Staudammes in dem Andental und entfachte in Chile eine heiße Debatte über Entwicklung und Umwelt.

Eines der Großunternehmen, das Juan Pablo Orrego kritisiert, ist die Dresdner Bank. Als der chilenische Energiekonzern Endesa beim Bau des ersten Staudammes Schwierigkeiten mit der Weltbank bekam, weil ökologische Fragen offenblieben, half die Dresdner Bank Endesa mit günstigen Krediten aus. Am 1. Dezember trafen sich der Kritiker und Vertreter der Bank. Immerhin sicherte die Dresdner danach zu, bei zukünftigen Finanzanträgen für Staudämme am Biobio vorher Kontakt mit der deutschen Umweltschutzorganisation Urgewald aufzunehmen, die Orrego unterstützt. Seine Kritik richtet sich aber nicht nur an die Dresdner Bank: „Der Pangue-Staudamm ist ein europäischer Staudamm. Die Mauer wurde von Spanien gebaut, die Turbinen sind schwedisch-norwegisch, die Generatoren von Siemens, das Geld kommt von europäischen Banken. So ein Projekt würde in Europa nicht gebaut. Wir wollen Umwelt- und Sozialstandards für alle global operierenden Unternehmen, die auch weltweit gelten.“

Bekannt wurde Juan Pablo Orrego in Chile zunächst als Musiker: Der heute 49jährige gab in den sechziger Jahren sein Biologiestudium auf, um in der Rockgruppe „Los Blops“ als Bassist mitzuspielen. Nach dem Militärputsch 1973 flüchtete er nach Kanada und studierte an der Universität York in Toronto Musik und Ökologie. In Ecuador nahm er zum erstenmal Kontakt mit Indianern auf und lernte Quechua. Seitdem arbeitete er immer wieder mit der Urbevölkerkung zusammen, deren Verbundenheit mit der Natur er bewundert. Seine Vision von einer besseren Welt beinhaltet die Weisheit der Indianer und die Anwendung moderner, umweltfreundlicher Technologien wie zum Beispiel der Solartechnik. Maike Rademaker

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