: „Der Appell des Kanzlers an Putin, den Krieg zu beenden, wirkte hilflos“
Tanja Tricarico
Es braucht immer eine Portion Verve und Mut, sich in den Drohnenalarm in Kyjiw zu begeben. Aber ein Bundeskanzler Friedrich Merz braucht sich darüber in der Regel keine Sorgen zu machen. Schließlich ist er der Kanzler, und so wie für andere Staats- und Regierungschefs gibt es dann stillschweigend eine Art Waffenruhe – bis der hohe Besuch wieder weg ist. Doch diese Abmachung zählt in der Ukraine nicht mehr. Als Merz vor wenigen Tagen Kyjiw besuchte, spürte er selbst mehrfach den Krieg wie die Ukrainer:innen seit mehr als viereinhalb Jahren jeden Tag.
Foto: Elke Seeger
Tanja Tricarico
ist Redakteurin im Auslandsressort.
Der Appell des Kanzlers an Putin, diesen sinnlosen Krieg zu beenden, klang durchaus authentisch und wirkte doch hilflos. Vermutlich wird Merz noch in diesem Jahr die Gelegenheit haben, dem russischen Präsidenten beim G20-Treffen in Miami zu begegnen. Eindrücke vom Krieg hat Merz ja nun, und er sollte sie dringend auch zu Hause kundtun. Abschreckung, Sanktionen, Visabeschränkungen, starke Allianzen: Die Möglichkeiten sind vielfältig, sich gegen das russische Regime zu stemmen. An Regeln hält sich Putin schon lange nicht mehr.
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