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Debatte DepressionenVorsicht mit den Etiketten

Barbara Dribbusch

Kommentar von

Barbara Dribbusch

Psychische Diagosen nehmen hierzulande stetig zu. Doch man sollte auch weniger gut funktionieren dürfen, ohne pathologisiert zu werden.

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Barbara Dribbusch

Barbara Dribbusch Redakteurin für Soziales

Redakteurin für Sozialpolitik und Gesellschaft im Inlandsressort der taz. Schwerpunkte: Arbeit, soziale Sicherung, Psychologie, Alter. Bücher: "Schattwald", Roman (Piper, August 2016). "Können Falten Freunde sein?" (Goldmann 2015, Taschenbuch). Kontakt: dribbusch@taz.de

3 Kommentare

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  • F
    fdsf

    Ob da soziale Netzwerke a la Sofaschläfer helfen ...

  • A
    anke

    Aber, aber, Frau Dribbusch, wer wird denn gleich vorsichtig sein mit den Etiketten, wenn es darum geht, die eigene Stellung auszubauen?

     

    Klappern gehört nun einmal zum Handwerk in einer Wettbewerbsgesellschaft, und wer sich voll und ganz der Bekämpfung des Leides Anderer verschrieben hat, der wäre ja mit dem Klammerbeutel gepudert, würde er diese Anderen nicht allesamt rekrutieren für den guten Zweck!

     

    Masse macht Power, nicht wahr? Sein wir also nicht päpstlicher als der Papst. Outen wie uns einfach alle als (potentiell) Depressive, ganz egal, woher unsere Befindlichkeitsstörungen stammen und wie sie sich äußern. Dann nämlich ist nach allgemeiner Meinung die Chance am größten, richtig was von den diversen Kuchen abzukriegen.

     

    Wenn wir es nur geschickt genug anstellen, dürften Geld und Einfluss, Mitleid und Bewunderung, Ausreden und Unterhaltung für uns alle reichen. Nehme ein jeder, was er gebrauchen kann - und renne!

  • HD
    H Dortmund

    Simulantentum wird psychisch Kranken doch heute schon unterschwellig unterstellt. Falls Frühverrentungen oder Ausfallzeiten in dieser Hinsicht üerhand nehmen, wird der öffentliche Diskurs dies schon aufgreifen. Dann kann die Bildzeitung ja von den sogenannten Psycho-Drückern berichten mit dem Untertitel: "Helfen wir noch den richtigen " ?

    Die "2 %" Wachstum müssen so oder so jedes Jahr erreicht werden. Diese Sachzwänge werden dann auch zu Begrenzungen im Bereich der psychischen Krankheiten bzw. Frühverrentungen führen, die es zumindest im Bereich der Frühverrentungen schon heute gibt. Letztlich wird man um eine grundlegende Diskussion über unsere Arbeitswelt nicht umhin kommen, wenn man den schwächeren in der Gesellschaft nicht die Leistungen begrenzen will. In der Logik des ständigen Wachstums und der Verteilungskämpfe um die Ressourcen wird man bei der jetzigen Ausrichtung der Wirtschaft jedenfalls keine allzu großen Ausnahmen für schwächere Menschen machen können. Dies würde das System des Leitungsdrucks und der Sachzwänge zu sehr aufweichen und den Menschen einen Ausweg aus dem Hamsterrad bieten, was unter den oben genannten Argumenten nicht geht.

    Wo dies in letzter Konsequenz hin führt, kann man heute schon in Amerika beobachten.