: „Dass die Union die Linkspartei als antisemitisch verleumdet, ist absurd“
Frederik Eikmanns
Dass die eine Partei ein Problem mit Antisemitismus hat, darf nicht als Argument verwendet werden, um vom Antisemitismusproblem der anderen Partei abzulenken. Aber es ist natürlich schon eine besondere Absurdität, dass ausgerechnet die CDU/CSU sich dieser Tage zur Verteidigerin aller Juden und Jüdinnen aufspielt und gleichzeitig die Linkspartei als durch und durch antisemitisch verleumdet.
Foto: privat
Frederik Eikmanns
ist Redakteur im Inlandsressort.
Der jüngste Beleg dafür, wie heuchlerisch das ist: ein Bericht, wonach der CDU-geführte Senat in Berlin 5 Millionen Euro ungenutzt ließ, die eigentlich für den Kampf gegen Antisemitismus gedacht waren. Und das nach der schon länger bekannten Fördermittelaffäre, bei der CDU-Politiker*innen Gelder, die ebenfalls für den Kampf gegen Antisemitismus gedacht waren, systematisch veruntreut haben sollen.
Da kann die Kritik an den antisemitischen Vorfällen in der Berliner Linken noch so gerechtfertigt sein – man wird trotzdem den Eindruck nicht los, dass die Union sich nur dann um Juden und Jüdinnen schert, wenn sie daraus politisches Kapital schlagen kann.
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