: „Das Bild eines per se undurchsichtigen Ladens ist wieder da“
Konrad Litschko
Der frühere BND-Präsident August Hanning soll über Jahre vom Büroleiter verschiedener BND-Präsidenten Interna aus dem Dienst erhalten haben, knapp 2.000 Dokumente, die er für seinen privaten Beraterjob genutzt habe, etwa für Kontakte zu einem chinesischen und einen aserbaidschanischen Geheimdienst, so wird berichtet. China also, dem der BND Wirtschaftsspionage, und Aserbaidschan, dem er Menschenrechtsverstöße vorwirft.
Foto: taz
Konrad Litschko
ist Redakteur im Ressort Reportage und Recherche.
Jetzt ist es wieder da, das Bild der Skandalbehörde. Oder zumindest eines per se undurchsichtigen Ladens, wo sich gern mal was verselbstständigt. Dafür muss man gar nicht bis in die 1960er zurückblicken, als mit Heinz Felfe ein BND-Mann parallel für den KGB arbeitete. Dabei hatte der Geheimdienst seinen Ruf in letzter Zeit aufpoliert: Man warb mit gewitzten Kampagnen um neues Personal, genießt inzwischen politisches Vertrauen bis hin zu den Grünen und ist angesichts der Bedrohungslage gefragt wie lange nicht. Erst am Montag versprach BND-Chef Martin Jäger eine „Neuausrichtung“ des BND.
Einen Tag später löste Hanning die nächste Affäre aus. Manche Dinge ändern sich eben nie.
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