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Da waren's noch 53.000

■ 2000 kleine Lebensmittelläden gaben 1990 auf MIT TANTE EMMA AUF DU UND DU

Köln (dpa/taz) — „Wer im vergangenen Jahr im Handel kein Geld verdient hat, sollte sich fragen, was bei ihm noch stimmt.“ So tönte Ende 1990 der Vorstandschef von Kaufhof, Jens Odewald, als er seine 1989-Umsatzbilanz bekannt gab, die wegen der Grenzöffnung im Osten plötzlich richtig gut aussah. Kein Geld verdient — oder mindestens zu wenig — haben hingegen zahlreiche Tante-Emma-Läden: 2.000 gaben 1990 auf, wie der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) gestern in Köln bekanntgegeben hat.

Was in den meisten Fällen weniger an der grundsätzlichen wirtschaftlichen Unfähigkeit der BetreiberInnen derartiger Läden gelegen hat, als schlicht an der zu geringen Zahl an Quadratmetern der Krämer, die nicht zuletzt auch von den Lebensmitteltöchtern des bundesweit zweitgrößten Warenhauskonzerns Kaufhof verdrängt werden. In den den letzten fünf Jahren haben nach Angaben des HDE 10.000 kleine Geschäfte schließen müssen. Dieser Trend — zugunsten der großen Supermärkte und Discounter auf den grünen Wiesen — werde sich bis Ende des Jahrtausends fortsetzen.

Nach Angaben des HDE gab es Anfang 1991 insgesamt rund 67.000 Lebensmittelfachgeschäfte in den alten Bundesländern. Tante- Emma-Läden hätten daran mit 53.000 Läden zwar noch immer einen Anteil von 80 Prozent, doch betrage ihr Umsatz im „reinen“ Lebensmittelgeschäft gerade acht Prozent. Der Anteil der Supermärkte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern oder mehr sei geringfügig gestiegen.

Von 1970 bis heute haben mehr als 100.000 LebensmittelhändlerInnen ihren Laden schließen müssen. Im Jahr 2000 soll es nach Prognosen nur noch 50.000 Lebensmittelgeschäfte — einschließlich der Supermärkte — geben. dri

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