Corona-Vorbereitungen in Norddeutschland: Luft nach oben

Hamburg zeigt sich mit Blick auf die zunehmende Zahl der Covid-19-Patient*innen entspannt. Andere Länder im Norden strukturieren ihre Kliniken um.

Vier ausgeschaltete Beatmunsgeräte stehen in einem Raum

Derzeit überall begehrt, aber ohne Fachpersonal nutzlos: Beatmungsgeräte für die Intenvsivmedizin Foto: Miroslav Chaloupka/Imago

HAMBURG taz | Es war ein eindringlicher Appell, den einige­ Mitglieder der Beschäftigten­initiative „Hamburger Krankenhausbewegung“ in dieser Woche an Öffentlichkeit und Entscheidungsträger*innen in Hamburg richteten. Sie forderten nicht nur, dass Bürger*innen sich an die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus halten, sondern auch Transparenz über tatsächlich in den Kliniken verfügbare Bettenkapazitäten, Materialbestände und geplante Maßnahmen für den Notfall.

Die Öffentlichkeit wisse derzeit nicht, was der genaue Stand der Vorbereitungen und Kapazitäten in den einzelnen Häusern sei. „Auch wir Beschäftigte wissen zu wenig“, sagte Sophie­ Pieske, in der Krankenhausbewegung aktive Krankenpflegerin.

Bund und Länder haben am Dienstag mit einem Notfallplan beschlossen, die Anzahl von Intensivbetten zu verdoppeln. Auch das Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf arbeitet nach eigenen Angaben daran, die „intensivmedizinischen Ressourcen“ aufzustocken. Um welche Anzahl genau, bleibt aber genauso unklar, wie die zusätzlichen Kapazitäten in den Hamburger Asklepios-­Kliniken. Auf Anfrage der taz teilt ein Asklepios-Sprecher lediglich mit, man habe die Möglichkeit, Beatmungs­kapazitäten auszubauen und weitere Intensivbetten bereitzustellen.

Aus der Gesundheitsbehörde heißt es, man sei „vielschichtig“ um Unterstützung für das Gesundheitswesen bemüht. Das betreffe die Gewinnung von Personal und die Beschaffung von Schutzkleidung und Geräten.

Zusätzliche Betten für Patient*innen mit leichterem Verlauf schafft Hamburg derzeit noch nicht. Der Notfallplan von Bund und Ländern sieht vor, dass Hotels, Hallen oder Reha-Einrichtungen dafür umgebaut werden. „Für derartige Maßnahmen sieht die Behörde aktuell entsprechend noch keine Veranlassung“, sagt ein Sprecher der Gesundheitsbehörde. „Bisher gibt es in Hamburg nur wenige stationäre krankenhausbehandlungsbedürftige Fälle.“

Schleswig-Holstein schafft Betten

Andere Nordländer sind schon weiter.­ Schleswig-Holstein verfolgt ein Maßnahmenpaket, das sich nach Angaben des Sozialministeriums an dem Plan von Bund und Ländern orientiert. „Das Konzept verfolgt den Ansatz einer Trennung der Patientenströme soweit wie möglich“, heißt es. Die Kliniken hätten sich in Versorgungsstrukturen organisiert, wonach bestimmte Häuser vorrangig Covid-19-Patient*innen versorgen sollen, andere wiederum die Grund- und Regelversorgung übernehmen.

Per Erlass wurden stationären Einrichtungen Vorsorge- und Reha-­Maßnahmen sowie die Aufnahme neuer Patient*innen verboten. Die dadurch gewonnen Kapazitäten – das Ministerium spricht von 1.000 Betten in Rehakliniken – sollen im Bedarfsfall für die Aufnahme von Patient*innen dienen, die nicht an Covid-19 erkrankt sind, aber aus anderen Kliniken verlegt werden, um dort wiederum Kapazitäten für die Behandlung von Covid-19-Patient*innen zu schaffen. Außerdem würden weitere Betten geschaffen, beispielsweise einer kürzlich geschlossenen Klinik in Wedel.

Die Pflegeberufekammer Schleswig-­Holstein hat außerdem Pflegefachpersonen aufgerufen, sich für einen freiwilligen Einsatz registrieren zu lassen. Gesucht werden ausgebildete Pfleger*innen „die momentan nicht in diesem Beruf arbeiten, aber in der Krise helfen wollen.“ Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme, erst mal würde noch kein Einsatz vermittelt, sondern nur Daten wie Qualifikation und Berufserfahrung gesammelt. „Wir kommen auf alle Freiwilligen zu, wenn es die Situation erfordert“, sagt die Präsidentin der Pflegeberufekammer, Patricia Drube.

Dem medizinischen Personal wird eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung einer hohen Belastung durch viele Patient*innen mit schwerem Verlauf zukommen. Die Menschen in den zusätzlichen Betten müssen versorgt, die neu hinzukommenden Beatmungsgeräte bedient werden.

Sophie Pieske, Hamburger Krankenhausbewegung

„Wir erleben, dass trotz des Appells elektive OPs fast unvermindert weiter gehen“

„Wenn wir die Entwicklungen der Vergangenheit angucken, wo Betten wegen Personalmangels gesperrt wurden, und wir das auf eine Krisen­situation übertragen, dann erkennt man, dass das Personal der Flaschenhals bei der Bewältigung sein wird“, sagt Tino Schaft, Sprecher der Pflegekammer Niedersachsen.

Tatsächlich fehlten auch schon vor der Corona-Pandemie Intensivpflegekräfte. Betten mussten für die Versorgung gesperrt werden, wenn die Personal­untergrenzen unterschritten wurden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Grenzen, die die genaue Anzahl von Pflegekräften auf pflegeintensiven Stationen vorschreiben, schon Anfang März ausgesetzt.

Klar ist aber auch, dass nicht jede nun für Krisenzeiten akquirierte Person eine Intensivpflegekraft ersetzen kann. „Bis eine Pflegekraft auf einer Intensivstationen voll einsatzfähig ist, dauert es Monate bis Jahre“, sagt Ulrike Mewing, Vorstandsmitglied der niedersächsischen Pflegekammer.

Die Kammer prüfe derzeit, Crashkurse anzubieten für Pflegekräfte, die aushelfen könnten. „Das heißt nicht, dass Leute Intensivpatienten alleine versorgen sollen“, sagt sie. „Es geht nur darum, dass sie nicht vollkommen überfordert wären auf der Intensivstation, dass sie sich sicher fühlen und einschätzen können: Welcher Alarm ist wichtig? Wann muss ich handeln?“ Mewing glaubt aber, dass es konkrete Anreize braucht, damit Pflegekräfte, die den Beruf gewechselt haben, zurückkommen. „Ein Lächeln und ein Dankeschön reichen nicht“, sagt sie.

In Bremen sollen Infizierte im Krankenhaus arbeiten

Wie prekär die Personallage werden könnte, macht ein internes Schreiben­ der Spitze des Bremer Klinikverbunds Gesundheit Nord (Geno) an die Mitarbeiter*innen deutlich, über das der Weser Kurier berichtet. Demnach könnten Mitarbeiter*innen, die mit Corona infiziert sind, durchaus weiter arbeiten, wenn sie keine Symptome hätten. Das sei zwar nicht angestrebt, jedoch könnten im Verlauf der Pandemie Situationen entstehen, in denen jede helfende Hand gebraucht werde, sagte Geno-Sprecherin Karen Matiszick der Zeitung.

Um zusätzliches Personal einsetzen zu können, hat die Geno nach eigenen Angaben Verwaltungsmitarbeiter*innen mit entsprechender Qualifikation gebeten, sich zu melden. Lehrkräfte aus den Aus- und Weiterbildungsschulen seien auch bereit, im Bedarfsfall in den Kliniken­ mitzuarbeiten.

Wegen des ohnehin schon herrschenden Personalmangels sei es nötig, konsequent auf planbare Operationen zu verzichten, sagte Sophie Pieske von der Hamburger Krankenhausbewegung am Dienstag. Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) hatte das schon vor einer Woche von den Geschäftsführer*innen der Kliniken gefordert, um Kapazitäten für Covid-19-Patient*innen bereitzuhalten.

Spahn versprach, dass die dadurch entstehenden wirtschaftlichen Folgen für die Krankenhäuser ausgeglichen würden. Außerdem sollten die Kliniken­ Boni für jedes zusätzlich vorgehaltene Intensivbett bekommen. Die Frage, wie hoch diese Zahlungen genau seien und wann die Kliniken damit rechnen könnten, ließ sein Ministerium bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

Trotz dieser bleibenden Unsicherheit hat Niedersachsen am Mittwoch eine Verordnung angekündigt, wonach die Krankenhäuser planbare Eingriffe verschieben müssen. Ein entsprechender Erlass gilt bereits in Schleswig-­Holstein. Die Bremer Gesundheitsbehörde hat mit den Krankenhäusern vereinbart, zu prüfen, inwieweit Absagen von Eingriffen Betten-, Material- und Personalkapazitäten schaffen kann. Die Geno verschiebt nach eigenen Angaben bereits nicht dringende Operationen.

Aus der Hamburger Gesundheitsbehörde heißt es, man habe den Kliniken „empfohlen“, auf planbare Eingriffe zu verzichten. Noch am Dienstag berichtete Sophie Pieske von der Krankenhausbewegung: „Wir erleben, dass trotz des Appells elektive OPs fast unvermindert weiter gehen.“ Das deckt sich mit Medienberichten, in denen Mitarbeiter*innen aus Hamburger Kliniken schildern, dass weiter operiert wird.

Deniz Celik, gesundheitspolitischer Sprecher der Linksfraktion, forderte deshalb, dass Hamburg aufschiebbare Eingriffe und Behandlungen in den Hamburger Krankenhäusern verbietet. Auch in den Häusern, die nicht an der Notfallversorgung teilnehmen, müssten in der aktuellen Situation Kapazitäten bereit stehen.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte haben sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit soll der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie Anfang Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen: Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 5. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen sollen die Regeln gelockert werden: PatientInnen oder BewohnerInnen sollen wieder durch eine bestimmte Person besucht werden können.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport soll das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt sein. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga darf die Saison ab Mitte Mai mit Geisterspielen fortsetzen – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten. Was alles unter „Großveranstaltung“ fällt, wird noch geklärt.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios sollen die Ländern Lockerungen eigenständig verantworten.

■ Spielplätze sollen unter Auflagen wieder öffnen – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen werden wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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