Corona-Lage in den Berliner Schulen: Die Maske wirkt

Die Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen stabilisiert sich auf hohem Niveau. Landeselternausschuss fordert tägliche Tests für SchülerInnen.

Schule, Herbst 2021: Federmappe, Maske, Schnelltest Foto: picture alliance/dpa | Christoph Soed

BERLIN taz | Am späten Montagnachmittag trifft sich erneut der Hygienebeirat der geschäftsführenden Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD), um über die Coronalage in den Schulen zu beraten. Gesprächsthemen dürften eine Verschärfung der Testpflicht und eine Aufhebung der Präsenzpflicht für Kinder aus Risikofamilien sein. Jedenfalls will der Landeselternausschuss das auf die Agenda setzen, wie der Berliner Vorsitzende Norman Heise sagt. „Andere Bundesländer testen inzwischen täglich, wir wünschen uns diesen Weg auch für Berlin.“

Das würde wohl bedeuten, dass Berlin bei den Testkapazitäten aufstocken müsste. Scheeres hatte nach den Sommerferien gesagt, es gebe Testkapazitäten für ein zweimaliges Testen pro Woche bis zu den Winterferien. Seit Anfang November wird allerdings bereits dreimal pro Woche getestet.

Eine Rückkehr zum flächendeckenden Wechselunterricht oder eine Aussetzung der Präsenzpflicht, wie es etwa Linken-Fraktionschef Carsten Schatz vergangenen Woche gefordert hatte, stünde für sie nicht zur Debatte, betonte Scheeres am Montag: „Wir haben einen Stufenplan, und der funktioniert.“ Schulen wieder „pauschal zu schließen oder in den Wechselunterricht zu versetzen wäre eine Katastrophe, das wollen wir nicht“, sagte die geschäftsführende Bildungssenatorin.

Dafür sei die Lage, trotz der hohen Infektionsdynamik, insgesamt zu heterogen an den Schulen: „Es gibt Schulen, da gibt es keinen einzigen Corona-Fall“, so Scheeres. Da sei Wechselunterricht nicht vertretbar: „Denn wir sehen ja auch, wie die Kinder und die Familien belastet waren und sind durch die Pandemie. Die Schulen müssen offen bleiben.“ Vielen Kindern gehe es nach fast zwei Jahren Pandemie „nicht gut“.

Inzidenzen von über 900

Die Maskenpflicht scheint indes zu wirken, zumindest ein bisschen: Die Infektionsdynamik in den Berliner Schulen bewegt sich zwar nachwievor auf einem hohem Niveau – doch die Zahl der positiv getesteten Fälle in den Altersgruppen der 5- bis 14-Jährigen stagniert seit etwa einer Woche bei rund 1.500 Infektionen innerhalb von 7 Tagen. Die Inzidenz liegt damit zwischen 850,7 und 936,4 bei den Kindern und Jugendlichen – der Berliner Schnitt lag am Montag bei 338,0.

Insgesamt neun Schulen (Vorwoche: vier) sind inzwischen laut Corona-Ampel der Bildungsverwaltung wegen Quarantänefällen im Kollegium oder unter den SchülerInnen auf Stufe „gelb“ gesetzt und damit im Wechselunterricht. 147 Lerngruppen (von 13.727) sind geschlossen.

Die Maskenpflicht gilt seit dem 10. November wieder für alle Klassenstufen in Berlin. Schulschließungen sind nach dem Auslaufen der bundesweiten Corona-Notlage ab Donnerstag grundsätzlich vom Tisch – auch die Länderöffnungsklausel, mit der die Landesparlamente für einzelne, vom Infektionsgeschehen besonders betroffene Regionen verschärfte Maßnahmen anordnen können, sieht explizit keine Schulschließungen mehr vor.

Fraglich ist allerdings, ob die Bildungsverwaltung nun ihren Stufenplan mit dem Ende der Notlagen-Bestimmungen ab dem 25. November überarbeiten muss: Die Berliner Corona-Ampel für die Schulen sieht nämlich vor, ab einer Einstufung der Schule auf „rot“ durch das jeweilige Gesundheitsamt die SchülerInnen wieder ins Homeschooling zu schicken. Aktuell zeigt die Corona-Ampel für keine Schule „rot“.

Die Bildungsverwaltung äußerte sich dazu auf Anfrage vorerst nicht. Scheeres sagte am Montag grundsätzlich, dass man der Diskussion im Expertenbeirat nicht vorgreifen wolle.

Unterdessen beklagen einige SchulleiterInnen die zunehmend schwierige Situation durch überlastete Gesundheitsämter – teilweise würde auch über das „Freitesten“ aus der Quarantäne sehr unterschiedlich entschieden. Scheeres sagte, auch das werde sicherlich nochmal Thema im Hygienebeirat sein: „Es ist wichtig, dass es da klare, transparente und einheitliche Regeln gibt.“

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