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Claire Waldoff

Im Rahmen der verstärkten Senatsgedenktafelei kommt jetzt endlich auch Berlins schnoddrigste Diseuse und Kabarettistin Claire Waldoff („Wer schmeißt denn da mit Lehm?“) zu dauerhaften, kunstambaulichen Ehren. Am Samstag enthüllte der Bezirk Schöneberg am Haus Regensburger Straße 33, wo die Künstlerin von 1919 bis 1933 lebte, eine Tafel mit Waldoffs Relief und Lebensdaten. Claire Waldoff, die als „typische Berliner Pflanze“ bekannte, aber im Ruhrgebiet geborene Chansonette, wäre am Samstag 105 Jahre alt geworden. Sie kam 1905 nach Berlin und ging, weil das Geld fürs Medizinstudium nicht reichte, zur Bühne, wo sie zunächst schauspielerte dann aber ihr Talent fürs Kabarett entdeckte. Mit einem Lied über dem liebeskranken Erpel „Schmackeduzchen“ wurde sie über Nacht zum Star der Reichshauptstadt. 1910 erschien ihr Couplet „Hermann heeßt er“, das zu ihrem Markenzeichen wurde. Die Berliner dichteten das Lied später auf den Reichsmarschall Hermann Göring um („Rechts Lametta, links Lametta, und der Bauch wird immer fetter. In Preußen ist er Meester, Hermann heeßt er“). Prompt bekam Waldoff, die mit Tucholsky und Zille befreundet war und gern auch mal auf Arbeiterversammlungen sang, Ärger mit den Nazis. Die verhängten ein Berufsverbot für Funk und Film. Waldoff starb 1957, und erhielt seitdem vom Senat, so die anläßlich der Enthüllung singende Waldoff-Interpretin Christiane Wegerle (Bild), „nur wenig Ehrensold“. In Ost-Berlin gibt es schon seit Jahren ein Waldoff-Denkmal.

taz / Foto: Ludwig Rauch

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