Cholera-Epidemie im Jemen: Fast 400.000 Erkrankungen
Die Cholera-Epidemie breitet sich weiter aus. Viele Menschen sind vom Hunger geschwächt, viele Kliniken wurden im Bürgerkrieg zerstört.
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) warnte, die Zahl der Erkrankten könnte bis Jahresende auf 600.000 steigen. Das Hilfswerk kündigte die Ausweitung seiner Hilfen für das arabische Bürgerkriegsland an. „Wir registrieren bis zu 7.000 Neuinfektionen pro Tag, davon ist fast die Hälfte der Betroffenen in einem kritischen Stadium“, sagte Christof Johnen vom DRK.
Das Rote Kreuz will 12,2 Tonnen Infusionsmaterial und Medikamente nach Jemen bringen, die vom Hilfswerk action medeor gespendet wurden. „Unsere Helfer arbeiten bis zur völligen Erschöpfung. Und dennoch sind die Hilfen völlig unzureichend angesichts des riesigen Ausmaßes der Not“, sagte Johnen und rief zu Spenden für Jemen auf.
Das arabische Land steht auch am Rand einer Hungersnot. Über die Hälfte der 27 Millionen Einwohner ist auf Lebensmittelhilfe angewiesen und hat keinen Zugang zu grundlegender Gesundheitsfürsorge. Cholera wird durch verschmutztes Wasser und Nahrungsmittel übertragen und breitet sich bei schlechten hygienischen Verhältnissen schnell aus. Besonders gefährlich ist die Infektion für Kinder, alte und kranke Menschen.
Seit Beginn des Bürgerkriegs 2015 im Jemen wurden Tausende Menschen getötet. Durch den blutigen Konflikt zwischen schiitischen Huthi-Rebellen und der von Saudi-Arabien unterstützten sunnitischen Regierung sind viele Kliniken, Wohnhäuser, sanitäre Einrichtungen und Wasserleitungen zerstört worden. Dies begünstigte die Ausbreitung der Cholera.
DRK
IBAN: DE63370205000005023307
BIC: BFSWDE33XXX
Stichwort: Nothilfe Jemen
Die Chefs der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, des Kinderhilfswerks Unicef, Anthony Lake, und des Welternährungsprogramms, David Beasley, hatten sich im Jemen über die Cholera informiert. Sie versprachen ebenfalls mehr Hilfe.
Mit reinem Gewissen wissen
Auf taz.de finden Sie eine unabhängige, progressive Stimme. Frei zugänglich, ermöglicht von unserer Community. Alle Informationen auf unserer Webseite sind kostenlos verfügbar. Wer es sich aber leisten kann, darf – ganz im Zeichen des heutigen "Tags des guten Gewissens" – einen kleinen Beitrag leisten. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen
meistkommentiert
Koalitionsverhandlungen
Der SPD scheint zu dämmern: Sie ist auf Merz reingefallen
Parkinson durch Pestizide
Bauernverband gegen mehr Hilfe für erkrankte Bauern
Iranische Aktivistin über Asyl
„Das Bamf interessiert wirklich nur, ob du stirbst“
Anlegen nach dem Crash
Ruhe bewahren oder umschichten
Strafe wegen Anti-AfD-Symbolik
Schule muss Tadel wegen Anti-AfD-Kritzeleien löschen
Von Frankreich lernen
Wie man Rechtsextreme stoppt