China reagiert auf US-Sanktionen: Einreiseverbot für US-Politiker
Zwischen Washington und Peking eskaliert der Streit um Chinas Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren
dpa/ap | Als Reaktion auf angekündigte US-Sanktionen gegen chinesische Politiker, denen die Unterdrückung von Muslimen in der Region Xinjiang vorgeworfen wird, hat China seinerseits Strafmaßnahmen gegen US-Politiker und Funktionäre verkündet.
Wie eine Sprecherin des Pekinger Außenministeriums am Montag mitteilte, seien die Maßnahmen gegen die US-Senatoren Marco Rubio und Ted Cruz sowie den China-Ausschuss des US-Kongresses gerichtet. Auch gegen Sam Brownback, den US-Sonderbotschafter für Religionsfreiheit, und den Kongressabgeordneten Chris Smith seien Strafen verhängt worden.
Ohne Details zu nennen, sagte die Sprecherin, dass es sich um Maßnahmen handele, die mit denen der USA „korrespondieren“ würden.
Das Verhalten der vier habe die Beziehungen zwischen China und den USA schwer beschädigt, so die Sprecherin. Ihr Land behalte sich vor, auf Einmischungen aus dem Ausland in innere Angelegenheiten zu reagieren. Ob die Politiker überhaupt eine Reise nach China geplant hatten, war unklar.
Auge um Auge, Zahn um Zahn
Die vier haben die kommunistische Führung und deren Umgang mit Minderheiten und Gläubigen kritisiert. Senator Rubio, der China seit langem heftig kritisiert, forderte zuletzt etwa eine UN-Untersuchung zu China und der ethnischen Minderheit der Uiguren.
Nach Recherchen der Nachrichtenagentur AP unternimmt die chinesische Regierung teils drakonische Maßnahmen zur Geburtenkontrolle, um die muslimische Minderheit aus Xinjiang und andere Minderheiten davon abzubringen, Nachwuchs zu bekommen.
Konkret fand die AP heraus, dass Frauen der Uiguren regelmäßig auf Schwangerschaft untersucht werden und zu Hunderttausenden zu Sterilisierung und Abtreibung gezwungen werden.
China wird zudem vorgeworfen, mehr als eine Million Uiguren in Haftzentren einzusperren. Die Volksrepublik argumentiert, es handele sich um Ausbildungszentren, wo die Betroffenen radikales Gedankengut ablegen sollten.
Nach dem AP-Bericht hatte US-Außenminister Mike Pompeo die Erkenntnisse als „schockierend“ und „verstörend“ bezeichnet. Er rief die chinesische Führung auf, „diese fürchterlichen Praktiken sofort zu beenden“.
Die USA hatte kürzlich Sanktionen gegen vier Chinesen verhängt, darunter den Regierungschef von Xinjiang, Chen Quanguo, und dessen früherer Stellvertreter Zhu Hailun.
Möglicher Besitz der mit Sanktionen belegten Personen und der Institution in den USA wird durch die Strafmaßnahmen eingefroren. Zudem dürfen Amerikaner und US-Firmen keine Geschäfte mehr mit ihnen machen.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert