Carsten Breuer wird Chef des Krisenstabs: Ein General gegen Corona

Carsten Breuer soll künftig den Corona-Krisenstab der Bundesregierung leiten. Mit Krisen ist der Generalmajor bereits vertraut.

Portrait von Generalmajor Carsten Breuer.

Leiter den Corona-Krisenstabs: Generalmajor Carsten Breuer Foto: Nicolas Armer/dpa

BERLIN taz | In die Bund-Länder-Runde zur Coronalage brachte Bald-Kanzler Olaf Scholz am Dienstag einen Gast in Uniform mit: Den MinisterpräsidentInnen stellte er Carsten Breuer vor, einen General der Bundeswehr, der in Zukunft den Corona-Krisenstab im Kanzleramt leiten soll. Mit dem Gastauftritt in der Krisensitzung kann die Personalie, die schon seit Sonntag kursierte, wohl als bestätigt gelten.

Eine Woche vor Amtsantritt will Scholz offenbar ein Zeichen der Entschlossenheit setzen. Die Struktur der Pandemiebekämpfung baut er dafür um. Zwar verfügt schon die scheidende Bundesregierung über einen Krisenstab und auch an dessen Spitze sitzt ein Bundeswehr-General, dieser Krisenstab ist allerdings nicht ganz oben angesiedelt, sondern zwischen Gesundheits- und Innenministerium.

Das bestehende Gremium koordiniert zudem nur zwischen den Bundesministerien, dem neuen Stab sollen dagegen auch Ver­tre­te­r*in­nen von Bund und Ländern anhören. Die genauen Aufgaben, die Besetzung und die Befugnisse des Krisenstabs sind noch nicht ganz klar, offenbar soll er sich aber vor allem ums Impfen kümmern.

Kein ganz neues Thema für Carsten Breuer: Der 56-jährige Generalmajor leitet seit knapp vier Jahren das Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr. Das Kommando ist für die zivil-militärische Zusammenarbeit im Inland zuständig und koordiniert die Einsätze, die die Armee im Rahmen der Amtshilfe für andere Behörden durchführt.

Sol­da­t*in­nen zur Unterstützung ziviler Stellen

Dort klingelt beispielsweise das Telefon, wenn Sol­da­t*in­nen während einer Flut Sandsäcke stapeln sollen – oder wenn sie während einer Pandemie in Gesundheitsämtern, Impfzentren und Altenheimen gebraucht werden.

Seit Ausbruch der Coronapandemie Anfang 2020 ist Breuer daher mit dem Thema befasst. Zeitweise waren über 20.000 Sol­da­t*in­nen in verschiedensten Bereichen zur Unterstützung ziviler Stellen befasst, Breuer managte ihre Entsendung. Man kann davon ausgehen, dass er über Aufgaben, Probleme und An­sprech­part­ne­r*in­nen in der Pandemie einen guten Überblick hat. Als „ausgezeichnete Wahl“ bezeichnete der Grünen-Bundestagsabgeordnete Tobias Lindner auf Twitter Breuers Beförderung ins Kanzleramt.

Was wahrscheinlich auch für den General sprach: Bevor er zum Kommando Territoriale Aufgaben kam, sammelte er nicht nur Erfahrung bei Auslandseinsätzen im Kosovo und in Afghanistan, sondern auch im Verteidigungsministerium. Unter anderem machte ihn die damalige Ministerin Ursula von der Leyen 2015 zum Beauftragten für das „Weißbuch“, ein Grundsatzpapier, in dem die Bundesregierung Aufgabe und Auftrag der Bundeswehr definiert.

Durch diese Aufgabe kennt sich Breuer nicht nur beim Militär aus, sondern auch im politischen Raum. Seine neue Aufgabe ist aber noch mal ein ganz anderes Kaliber. Erstmals rückt Breuer in den Fokus der Öffentlichkeit. Die Erwartungen sind hoch, die Uhr tickt. Zeit möchte der General da offenbar nicht verlieren: Medienberichten zufolge hat er schon am Montag ein Büro im Kanzleramt bezogen.

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