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Britische Regierung vertuschte BSE

Gleich zwei Berichte klagen Regierungsmitglieder und Wissenschaftler wegen schwerer Versäumnisse an

LONDON dpa/taz ■ Ehemalige britische Regierungen haben versucht, das Risiko einer Übertragung des Rinderwahns (BSE) vom Tier auf den Menschen herunterzuspielen. Nach einer britischen und einer deutschen Studie wurden dazu britische BSE-Forscher von Regierungsmitgliedern jahrelang unter Druck gesetzt und Berichte über deren Forschungsergebnisse zensiert. Der von Premierminister Tony Blair 1997 in Auftrag gegebene Phillips-Bericht, benannt nach dem Vorsitzenden der Untersuchungskommission, ist 16 Bände stark und soll am Donnerstag veröffentlicht werden. Die Kommission sollte feststellen, warum die Regierung von John Major erst 1996 eine Verbindung zwischen der Creutzfeldt-Jacob-Krankheit und BSE zugab. Seit 1985 sind in Großbritannien 84 Menschen an CJK erkrankt und 73 von ihnen gestorben.

Die deutsche Untersuchung wurde von der Münchner Soziologin Kerstin Dressler über drei Jahre durchgeführt. Sie kommt zum Ergebnis, dass auch Forscher selbst das Risiko geleugnet haben.

Auch aus Frankreich wird ein neuer BSE-Skandal gemeldet: In einer Supermarktkette tauchte eine Tonne Hackfleisch auf, das vermutlich BSE-verseucht ist.

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