Brände in Flüchtlingsheimen: 22 Verletzte in Witzenhausen
Beim Brand in einem Flüchtlingsheim in Hessen gehen die Ermittler von Brandstiftung aus. Auch in Berlin geht die Suche nach zwei Tätern weiter.
afp/dpa | Nach einem Kellerbrand in einem auch als Flüchtlingsunterkunft genutzten Mehrfamilienhaus im hessischen Witzenhausen gehen die Ermittler nach ersten Untersuchungen von Brandstiftung aus. Ein technischer Defekt scheide als Ursache aus, daher werde davon ausgegangen, dass Menschen das Feuer fahrlässig oder absichtlich verursacht hätten, teilte die Polizei in Eschwege mit.
Spuren von Brandbeschleuniger fanden die Beamten nach eigenen Angaben aber nicht, auch Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund lagen ihnen bislang nicht vor.
Bei dem Feuer in der Nacht zum Mittwoch hatten nach Angaben der Polizei in Eschwege 22 Menschen leichte Rauchvergiftungen erlitten und kamen in Krankenhäuser. Darunter befand sich ein anderthalbjähriges Kind. Das Feuer war laut Polizei gegen Mitternacht gemeldet worden, die meisten Bewohner verließen das Gebäude noch vor Eintreffen von Feuerwehr und Polizei. Rettungskräfte brachten die übrigen Menschen in Sicherheit und löschten den Brand in kürzester Zeit.
In dem Haus befinden sich der Polizei zufolge kommunale Wohnungen für Bedürftige sowie im oberen Teil Unterkünfte für Flüchtlinge. Etwa 80 Feuerwehrleute waren im Einsatz, dazu diverse Polizisten sowie die Besatzungen mehrerer Rettungs- und Notarztwagen.
Weitere Brände in Berlin
Auch in Berlin ermittelt die Polizei nach zwei mutmaßlichen Brandstiftungen in Flüchtlingsunterkünften in Buch und Adlershof. Noch gibt es keine konkreten Hinweise auf Täter. In Buch hatte es bei einem Brand am Montagmorgen sechs Leichtverletzte gegeben. Das Gebäude mit rund 170 Bewohnern ist derzeit nicht zu benutzen. Sie wurden woanders untergebracht.
Deutlich geringer war der Sachschaden am Montagabend in Adlershof. Dort war ein Feuerwerkskörper durch ein offenes Fenster in eine Flüchtlingsunterkunft geworfen worden. Hier wurde niemand verletzt. In beiden Fällen wird ein politisches Motiv vermutet.
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